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Mindestlohn: Vier Millionen Jobs werden heute besser bezahlt

Der gesetzliche Mindestlohn hat dazu geführt, dass heute viele Stellen besser bezahlt werden. Laut statistischem Bundesamt profitieren Frauen mehr von dem Gesetz als Männer - besonders im Einzelhandel und in der Gastronomie.

Eine Kellnerin serviert Getränke

Frauen profitieren häufiger vom Mindestlohn als Männer: Von den vier Millionen Stellen waren im April 2014 fast 62 Prozent (2,5 Millionen) von Frauen besetzt.

Die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns hat laut Statistischem Bundesamt dazu geführt, dass vier Millionen Jobs besser bezahlt werden. Vor Inkrafttreten der Regelung habe es rund 5,5 Millionen Arbeitsplätze in Deutschland gegeben, für die weniger als 8,50 Euro pro Stunde gezahlt wurden, teilte die Behörde am Dienstag mit. Vier Millionen dieser Jobs fielen inzwischen unter das Mindestlohngesetz.

Die Statistiker zogen für ihre Berechnungen Zahlen vom April 2014 heran. Damals gab es demnach 5,5 Millionen Jobs mit einem Verdienst unter 8,50 Euro pro Stunde. Unter die Regelungen zum Mindestlohn, die seit 1. Januar 2015 gelten, fielen 4,0 Millionen dieser Stellen. Für die übrigen 1,5 Millionen sehe das Mindestlohngesetz Ausnahmen vor, beispielsweise für Praktikanten, Minderjährige und Auszubildende.

10,7 Prozent aller Stellen in Deutschland

Wenn alle vier Millionen Jobs - 10,7 Prozent aller Stellen in Deutschland - inzwischen mit dem gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde bezahlt werden, ergibt dies laut Statistischem Bundesamt höhere Bruttolohnzahlungen von schätzungsweise 431 Millionen Euro im Monat. Frauen profitieren dabei häufiger als Männer: Von den vier Millionen Stellen waren im April 2014 fast 62 Prozent (2,5 Millionen) von Frauen besetzt. Sie verdienten damals im Schnitt 7,21 Euro brutto pro Stunde, bei den Männern waren es 7,18 Euro.

1,1 Millionen oder gut ein Viertel der nun mutmaßlich besser bezahlten Jobs entfielen den Angaben zufolge auf Ostdeutschland. Von diesen waren 400.000 Vollzeitstellen. Im Westen dagegen handelte es sich bei knapp zwei Drittel der betroffenen Stellen um Minijobs.

Mindestlohn: "Er hat keine Jobs vernichtet, er hat viele Jobs besser gemacht"

Der Großteil der vier Millionen Jobs (82,3 Prozent) entfiel den Angaben zufolge auf Betriebe ohne Tarifbindung. Besonders häufig waren die Branchen Einzelhandel und Gastronomie mit jeweils etwa einer halben Million Stellen vertreten.

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) sieht in den Zahlen eine Bestätigung für die Einführung des Mindestlohns. "Er hat keine Jobs vernichtet, er hat viele Jobs besser gemacht", sagte sie dem "Tagesspiegel" (Online-Ausgabe). Aus vielen geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen seien reguläre sozialversicherungspflichtige Jobs geworden. Der Mindestlohn tue dem Land gut, befand Nahles. "Wer einen ganzen Tag hart arbeitet, kann damit auch zurecht kommen."


amt / AFP