Mobilfunk Siemens verkauft Handy-Geschäft


Der Münchener Siemens-Konzern steigt ganz aus dem defizitären Handy-Geschäft aus und nimmt für die Übertragung an den taiwanischen Hersteller BenQ eine Millionenlast in Kauf.

BenQ werde im Laufe des vierten Quartals des Geschäftsjahres 2004/05 (zum 30. September) das Mobiltelefongeschäft von Siemens übernehmen, teilte der Münchener Konzern am Dienstag mit. Das taiwanische Unternehmen - eine Ausgliederung des Computerkonzerns Acer - könne die Marken- und Namensrechte von Siemens für fünf Jahre nutzen. Siemens übernimmt gleichzeitig neue Aktien von BenQ im Volumen von etwa 50 Millionen Euro, was einem Anteil von etwa 2,5 Prozent entspreche. Insgesamt entstehe aus der Transaktion für Siemens eine Ergebnisbelastung von rund 350 Millionen Euro vor Steuern.

"BenQ's und Siemens' Mobiltelefongeschäfte ergänzen sich hervorragend hinsichtlich Technologie und regionaler Aufstellung", erklärte Siemens weiter. Zukünftiger Hauptsitz des Mobiltelefongeschäfts werde München sein. Die Hauptversammlung von BenQ und die Kartellbehörden müssten dem Vorhaben noch zustimmen. Ein Siemens-Sprecher ergänzte, die Mitarbeiter der Sparte würden von BenQ zu jetzigen Konditionen übernommen. Der Bereich für Schnurlostelefone für das Festnetz sei von der jetzigen Vereinbarung nicht betroffen.

Siemens suchte seit Monaten nach einem Partner für seine Handy-Sparte, die dem Konzern zuletzt dreistellige Millionenverluste eingebracht hatte. Durch den Preiskampf am Markt und interne Probleme wie etwa einer schweren Softwarepanne bei neuen Modellen im vergangenen Jahr hatte Siemens im Markt mit Mobiltelefonen zuletzt deutlich an Boden verloren und lag im ersten Quartal auf Rang fünf der weltgrößten Handy-Hersteller nur noch marginal vor Konkurrent Sony Ericsson.

BenQ stellt neben Mobiltelefonen auch Produkte wie Flachbildschirme, Laptops oder CD-Rom-Laufwerke her. Seine Mobiltelefone fertigt BenQ nur zu rund einem Drittel für den Vertrieb unter eigener Marke, die anderen Geräte sind Fremdproduktionen für andere Hersteller wie Branchenführer Nokia.

Reuters Reuters

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