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Nach Kündigung Können sich Mitarbeiter den gesamten Resturlaub auszahlen lassen?


Wenn ein Mitarbeiter das Unternehmen verlässt, stellt sich schnell die Frage: Und was passiert mit dem Resturlaub? Das Bundesarbeitsgericht hat eine Entscheidung getroffen.

Es ist eine Grundsatzentscheidung: Was passiert mit dem Resturlaub, wenn ein Mitarbeiter das Unternehmen verlässt? Wie viele Urlaubstage können ausgezahlt werden, wenn es keine Möglichkeit gibt, diesen noch zu nehmen? Das Bundesarbeitsgericht in Erfurt musste in einem aktuellen Fall urteilen - und gab dem Mitarbeiter Recht.

Im konkreten Fall hatte ein Angestellter seinen Arbeitsvertrag zum 30. Juni gekündigt. Am 21 Juni - also gut eine Woche, bevor er das Unternehmen verlassen wollte - bekam er einen neue Stelle in der Firma, berichtet das Mittelstandsmagazin "Impulse". Doch lange blieb der MItarbeiter nicht: Am 12. Oktober war das Arbeitsverhältnis vorbei. Der Arbeitgeber hatte dem Angestellten fristlos gekündigt. 

Streit um Auszahlung

Der Mitarbeiter pochte nun natürlich auf die Auszahlung seines Urlaubs, immerhin waren das noch 23 Tage. Denn nehmen konnte der Mitarbeiter durch die Kündigung den Urlaub ja nun nicht mehr. Doch der Arbeitgeber mauerte: Er wollte lediglich anteilig den Urlaub zwischen Juni und Mitte Oktober auszahlen.

Resturlaub muss ausgezahlt werden

Nun hat das Bundesarbeitsgericht entschieden: Der restliche Jahresurlaub muss voll ausgezahlt werden. Grund dafür sei der neue Arbeitsvertrag, der unterschrieben wurde, als der alte noch gültig war. Somit würden beide Arbeitsverträge als einheitliches Arbeitsverhältnis gelten - und somit darf der Arbeitgeber den Urlaubsanspruch nicht nur auf den kurzen Zeitraum zusammenstreichen. 

Anspruch auf vollen Jahresurlaub

Laut dem Bundesurlaubsgesetz müssen Urlaubstage dann ausgezahlt werden, wenn der Urlaub nach der Kündigung nicht mehr vollständig gewährt werden kann. Verlässt ein Angestellter das Unternehmen in der zweiten Jahreshälfte, so hat er Anspruch auf den vollen Jahresurlaub, so das Bundesarbeitsgesetz. Das gilt sowohl bei einer fristlosen Kündigung, als auch bei freiwilligen Ausscheiden durch die Kündigung des Mitarbeiters. 

kg

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