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Nach Medienbericht: Griechenland dementiert Euro-Austritt

Die Nachricht sorgte für Wirbel: Einem Medienbericht zufolge sollte bei einem Geheimtreffen in Luxemburg über einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone beraten werden. Doch sofort gab es Widerspruch von allen Seiten.

Die Regierung in Athen, die Bundesregierung, die EU, und Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker haben einen Bericht zurückgewiesen, wonach das hoch verschuldete Griechenland die Eurozone verlassen will. "Wir dementieren es vehement", teilt nach Angaben der Nachrichtenagentur ANA das Athener Finanzministerium in einer schriftlichen Erklärung mit. Ein Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone "stand und steht nicht an", hieß es auch aus Berliner Regierungskreisen.

"Spiegel Online" hatte berichtet, die Regierung in Athen denke darüber nach, den Währungsraum zu verlassen und wieder eine eigene Währung einzuführen. Auf entsprechende Signale hin habe die EU-Kommission die Euro-Finanzminister zu einem Sondertreffen am Freitagabend in Luxemburg geladen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble wolle die Griechen aber unter allen Umständen von dem Schritt abhalten. Eine interne Vorlage seines Ministeriums warne vor katastrophalen Folgen eines Austritts Griechenlands.

Es sei kein solches Treffen geplant, kommentierte ein Sprecher von Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker den Bericht. Und auch die EU-Kommission demetierte: "Ich weiß davon nichts", sagte ein Sprecher von EU-Währungskommissar Olli Rehn in Brüssel.

Trotz der schnellen Dementis reagierten die Devisenmärkte heftig auf den Bericht: Der Euro-Kurs sackte um mehr als einen Cent auf unter 1,44 Dollar ab und baute dadurch seine jüngsten Verluste im Vergleich zur US-Währung noch aus. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,4501 festgelegt, mehr als drei Cent weniger als am Donnerstag (1,4814 Dollar).

mad/Reuters/DPA / DPA / Reuters