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Namensstreit: Ryanair glaubt an Schmutzkampagne

Weeze ist nicht Düsseldorf - so sieht es die Wettbewerbszentrale. Weil der Billiganbieter Ryanair den Weezer Flughafen mit "Niederrhein Düsseldorf" anpreist, hat die Zentrale gegen den Billiganbieter geklagt.

Mit einer scharfen Attacke gegen die Deutsche Wettbewerbszentrale hat der Billigflieger Ryanair auf das Werbeverbot für seine Flüge von und nach Düsseldorf reagiert. "Die Organisation ist ein Witz. Sie ist die einzige in Europa, die Wettbewerb verhindert statt ihn zu fördern", sagte Ryanair-Chef Michael O´Leary. Er forderte die Wettbewerbszentrale auf, ihre Klagen gegen Ryanair zurückzunehmen.

Die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs (WBZ) hatte gegen die irische Fluggesellschaft geklagt, weil sie in Anzeigen den niederrheinischen Airport Weeze als "Flughafen Düsseldorf (Weeze)" und "Flughafen Niederrhein (Düsseldorf)" bezeichnet. Verschiedenen Urteilen des Landgerichts sowie des Oberlandesgerichts Köln zufolge führt Ryanair den Verbraucher damit in die Irre, da Weeze etwa eine Autostunde von Düsseldorf entfernt ist. Die Urteile sind vorläufig wirksam, die Verfahren noch nicht endgültig abgeschlossen.

Ryanair reagiert mit Namensänderung

Auf den juristischen Druck hin hat sich der Niederrhein-Flughafen in Weeze einen neuen Namen gegeben. Aus "Airport Düsseldorf Regional (Weeze)" werde bis auf weiteres "Airport Weeze", sagte Flughafen-Sprecher Holger Terhorst. Mit der Namensänderung folgt Ryanair einem Urteil des Landgerichts Köln vom vergangenen Dezember. Das Gericht hatte zuvor einer Unterlassungsklage des Düsseldorfer Flughafens stattgegeben. Da der Weezer Airport dem Urteil nicht folgte, hatte das Gericht ein Ordnungsgeld von 500.000 Euro erlassen.

Der nach eigenen Angaben europaweit führende Billiganbieter Ryanair fliegt von Weeze aus sechs verschiedene Ziele an. In diesem Jahr rechnet die Fluggesellschaft dort mit 700.000 Passagieren, in ganz Deutschland werde mit mehr als fünf Millionen gerechnet.

O´Leary vermutet Schmutzkampagne

O´Leary bezeichnete die Klagen und die Urteile als eine europaweit beispiellose Kampagne gegen Ryanair. Er vermute, dass die Konkurrenten Lufthansa und Air Berlin sowie der Düsseldorfer Flughafen als Mitglieder der Wettbewerbszentrale die Klagen veranlasst haben. "Wir fragen uns, welche Interessen die Organisation eigentlich vertritt, die der eigenen Mitglieder oder die der Verbraucher", sagte O´Leary. Der stellvertretende WBZ- Hauptgeschäftsführer, Hans-Frieder Schönheit, wies die Anschuldigungen zurück: "Das ist ein sehr durchsichtiger Versuch, uns in die negative Ecke zu stellen." Ryanair verstoße gegen die Spielregel, Verbraucher mit Werbung nicht in die Irre zu führen.

Ryanair kündigte an, Mitglied der Wettbewerbszentrale werden zu wollen. Ferner habe sich die Fluggesellschaft in einem siebenseitigen Brief bei Verbraucherministerin Renate Künast (Grüne) über das Vorgehen der Organisation beschwert.

DPA / DPA