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Test von Billig-Kapseln: Machen Klone die Nespresso-Maschinen wirklich kaputt?

Stiftung Warentest hat Fremdkapseln in Nespresso-Maschinen gesteckt. Ergebnis: Manchmal hakte der billige Ersatz, das war es aber schon. Schäden gab es nicht, dafür einen Lichtblick für die Umwelt.

Der noble Auftritt von Nespresso führt zu hohen Kapselpreisen

Der noble Auftritt von Nespresso führt zu hohen Kapselpreisen

Nespresso-Kaspeln sind teuer und nur im Internet oder in speziellen Shops zu bekommen. Eigentlich könnte man also die teuren Originalkapseln durch preiswerte Klone ersetzen, wenn da nicht beunruhigende Internetgerüchte wären: Es wird nicht nur behauptet, dass der Ersatzkaffee schlecht schmeckt, er soll auch die Maschinen von Nespresso kaputt machen. 

Die Botschaft ist klar: keine Experimente! Sparen ist gefährlich! Diese fragwürdige Message rief die Prüfer der Stiftung Warentest auf den Plan. Sie starteten eine große Umfrage und eine eigene Versuchsreihe.

Die Umfrage zeigte, dass Nepresso-Kunden nicht gerade monogam leben. 80 Prozent haben schon fremdgekapselt - meist bei Lidl, Senseo und Dall­mayr. Und tatsächlich, 40 Prozent berichten von mehr Problemen mit den Fremdanbietern. Man sollte aber eher von Problemchen sprechen. Meist blieben die Kapseln nach Gebrauch stecken. In diesem Fall muss man mit den Fingern nachhelfen, damit die Verpackung nach unten fällt. Ärgerlich, aber kein unlösbares Problem und schon gar kein Ruin für den Automaten

Außerdem schickte die Stiftung die aktuelle Kapselkonkurrenz ins Testlabor. Zwei Nespresso-Maschinen - eine neue und eine ältere - mussten je 20 Kapseln von 9 verschiedenen Anbietern aufbrühen. Im Test waren auch Billigkapseln von Discountern wie Lidl, Netto und Norma sowie eine wiederverwendbare Kapsel aus Metall.

Das Ergebnis lädt zum Sparen ein: Die Automaten schluckten die Imitate - jedenfalls meistens. Manchmal verkantete sich eine Dose - das geschah häufiger als mit den Original-Kapseln. Bei Preisen von 1,99 Euro für einen Klon anstatt von 3,60 Euro für das Orginal kann man die Unbequemlichkeit allerdings in Kauf nehmen.

Nettes Detail: Die Metallkapsel, die jeden Müll vermeidet, macht im Gebrauch keinerlei Probleme. Damit kann man die Nespresso-Maschinen nun auch mit reinem Umweltgewissen benutzen. Für sie benötigt man lediglich handelsüblichen Kaffee, der sehr viel billiger als jede Kapsel ist.

Gernot Kramper
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