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Niedersachsen: Nikotin in Hühnereiern gefunden

Ostern steht vor der Tür, aber Eier werden zurückgerufen. Nachdem Nikotinrückstände an Hühnerfedern und in Eiern gefunden wurden, wurden die Farmen eines niedersächsischen Eier-Produzenten geschlossen.

Ein großer Eier-Produzent in Niedersachsen steht im Verdacht, illegal Nikotin zur Schädlingsbekämpfung in mit Tieren belegten Ställen eingesetzt zu haben. In etlichen der insgesamt 19 Ställen des Unternehmens - der "Deutschen Frühstücksei GmbH" mit Sitz in Neuenkirchen-Vörden (Kreis Vechta) - seien Nikotin und dessen Abbaustoff Cotinin an Federn von Hühnern und in Eiern festgestellt worden, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Bernard Südbeck. Die "Deutsche Frühstücksei" ist nach eigenen Angaben der größte europäische Eierproduzent.

Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt nach eigenen Angaben wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Lebensmittel- und Futtermittelgesetz. Das Unternehmen habe ein Verschulden mit Hinweis auf den Einsatz einer Fremdfirma abgestritten. Eine akute Gesundheitsgefahr besteht nach weiteren Angaben nicht. Die Behörden prüften jedoch die Vertriebswege und überwachten die Rücknahme der Eier und Eiprodukte. Die Deutsche Frühstücksei GmbH geht nach eigenen Angaben von einem Sabotageakt aus. Bis zur Vorlage sämtlicher Analyseergebnisse sollten keine Eier ausgeliefert werden.

Die Höhe der Rückstände sind noch unbekannt

Die Staatsanwaltschaft hatte die Landkreise Vechta, Cloppenburg, Emsland und Osnabrück veranlasst, in sämtlichen Farmen des Unternehmens Proben von Eiern und Federn der Tiere zu nehmen. Darauf seien in mehreren Farmen Nikotin und dessen Abbauprodukt Cotinin nachgewiesen worden. Nikotin dürfe ausschließlich in leeren Ställen angewendet werden. Bei einer sachgerechten Anwendung des Giftes würden keine Rückstände in produzierten Lebensmitteln auftreten. Mit dem Gift belastete Produkte seien lebensmittelrechtlich nicht zum Verzehr geeignet. Wie hoch die Rückstände seien, stehe noch nicht fest, sagte Südbeck.

Die Grünen im niedersächsischen Landtag warfen dem Ministerium zu spätes Handeln vor. Das Unternehmen habe von 60.000 zurückgezogenen Eiern gesprochen, sagte die umweltpolitische Fraktionssprecherin der Grünen, Dorothea Steiner. "Man muss bei 18 gesperrten Farmen jedoch von mehr als einer Million Hühner und damit mehr als einer Million belasteter Eier pro Tag ausgehen." Die Frage sei, wie viele nikotinbelastete Eier in den vergangenen Monaten an die Verbraucher gelangt seien. Das Ministerium müsse dies genau zurückverfolgen und aufklären.

60.000 Eier zurückgerufen - Tagesproduktion liegt jedoch bei drei Millionen

In der anonymen Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Oldenburg seien zehn Ställe der Frühstücksei benannt worden. In Eiern aus acht dieser Ställe habe man anschließend Nikotin nachgewiesen. Daraufhin habe die Frühstücksei von sich aus am 24. März alle 128 niedersächsischen Ställe gesperrt. Mittlerweile seien 16 Ställe aber wieder freigegeben, sagte Unternehmenssprecher Rudolf Jeschenko weiter. 60.000 Eier habe man zurückgerufen. Die Tagesproduktion der gesperrten Ställe liege jedoch bei drei Millionen. Gegenwärtig würden die Eier aus den gesperrten Ställen eingelagert, bis ihre Rückstandsfreiheit nachgewiesen sei.

Reuters/DPA/AP / AP / DPA / Reuters