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Opels ungewisse Zukunft: Rüttgers will mit GM verhandeln

Wenn General Motors in der Nacht die Pläne für die Sanierung vorstellt, geht es auch um die Zukunft des deutschen Autobauers Opel. NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers will mit den Amerikanern über den Fortbestand von Opel verhandeln und verlangt ein überzeugendes Gesamtkonzept.

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers hat die Bereitschaft zur Rettung der GM-Tochter Opel bekräftigt, Details aber offen gelassen. "Ich werde morgen nach Detroit fahren, um dort mit der Leitung von General Motors zu reden", sagte Rüttgers Reuters TV am Rande eines Besuchs beim Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington. "Wir sind bereit, unseren Beitrag zu leisten, aber dafür müssen eine Vielzahl von Fragen beantwortet werden." Unter anderem müsse es ein Zukunftskonzept geben. "Es hat ja keinen Zweck, Geld zu geben, wenn nicht sichergestellt ist, dass die Arbeitsplätze und die Unternehmensstandorte in Deutschland nicht erhalten bleiben."

GM könne ohne Opel nicht überleben und Opel nicht ohne GM, sagte Rüttgers. "Und wenn wir helfen wollen - Präsident Obama und seine Administration, aber auch die Bundeskanzlerin und die Bundesländer in Deutschland - dann brauchen wir eine gemeinsame Zukunftslösung für General Motors." Auf die Frage, wie sein Anteil aussehen könne, sagte der Ministerpräsident: "Das hängt davon ab, wie die Lösungen und die Antworten hier in den Vereinigten Staaten sind, wie das Zukunftskonzept aussieht und wie die Gespräche morgen weitergehen."

Rüttgers fügte hinzu, es könne nicht in den USA entschieden werden, in Europa Werke zu schließen. "Gott sei Dank sind entsprechende Meldungen heute morgen auch von General Motors und Opel dementiert worden."

Die Opel-Mutter musste der US-Regierung am Dienstagabend ihr Überlebenskonzept präsentieren. Um an weitere Staatshilfen zu kommen, muss der einst weltgrößte Autobauer Kosten senken und einen schlüssigen Zukunftsplan vorlegen. Erwartet wurde, dass sich GM dabei auch zu den Plänen für die wichtigste Auslandstochter Opel äußert.

Der Branchendienst "Automotive News Europe" berichtete, GM erwäge die Schließung von mindestens drei Standorten in Europa: Antwerpen in Belgien, Ellesmere Port in Großbritannien und einem Standort in Deutschland. Die Agentur "Bloomberg" berichtete, Antwerpen und das Werk in Bochum könnten geschlossen und der Standort im thüringischen Eisenach verkauft werden. Opel beschäftigt mehr als 25.000 Menschen in Deutschland: 16.000 in Rüsselsheim, 5300 in Bochum, 1800 in Eisenach und 2500 Im Komponenten- und Getriebewerk in Kaiserslautern arbeiten etwa 2300 Menschen.

Reuters / Reuters