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Pilotenstreik: Mehr als 600 Flüge fallen aus

Flugchaos in Deutschland: Die Piloten-Gewerkschaft Cockpit hat 1000 Piloten zu einem 24-Stunden-Streik aufgerufen. Betroffen sind die Fluggesellschaften Lufthansa CityLine und Eurowings auf 15 deutschen Flughäfen. Mehr als 640 Flüge mussten bisher abgesagt werden.

Mit einem 24-stündigen Streik haben Piloten der Lufthansa-Töchter CityLine und Eurowings am Montag die Streichung von 641 Flügen erzwungen. Tausende Passagiere mussten auf andere Flüge ausweichen oder konnten ihr Ticket für eine innerdeutsche Bahnfahrt nutzen. Wieviele Fluggäste genau davon betroffen waren, ist laut Lufthansa nicht ermittelt worden.

Auf den großen deutschen Flughäfen wie Frankfurt, München oder Düsseldorf war indes wenig von den Ausfällen zu spüren. Die Pilotenvereinigung Cockpit hat rund 1000 Piloten zu dem Streik bis Mitternacht aufgerufen. Bei der Streikankündigung erklärte Cockpit, in den jeweils bereits seit Monaten dauernden Verhandlungen über neue Vergütungstarifverträge für das Cockpit-Personal hätten die Arbeitgeber keine verhandlungsfähigen Angebote vorgelegt, so dass man die Tarifverhandlungen für gescheitert erklärt habe. In einer Urabstimmung hätten jeweils 99 Prozent aller stimmberechtigten Mitglieder für unbefristete Streiks gestimmt.

Die Leiterin Tarifpolitik bei Cockpit, Ilona Ritter, sagte, die Pilotenvereinigung erwarte nun, "dass die Arbeitgeber sich bewegen und uns rechtzeitig etwas vorlegen". Lufthansa-Sprecher Thomas Jachnow sagte, ein Angebot liege bereits seit vergangener Woche vor.

Tarifverhandlungen auch mit Verdi

Die Lufthansa führt außerdem Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft Verdi für rund 60.000 Beschäftigte am Boden und in der Kabine. Diese wurden vergangene Woche Donnerstag ergebnislos abgebrochen. Verdi setzte der Lufthansa eine Frist bis Mittwoch. Sollte es bis dahin keine Einigung geben, will die Gewerkschaft ebenfalls die Urabstimmung für einen unbefristeten Streik einleiten.

Die Lufthansa riet Fluggästen bereits am Morgen, sich vor Antritt der Reise mit dem Call Center der Lufthansa in Verbindung zu setzen und zu klären, ob sie mit einer der betroffenen Gesellschaften fliegen. Dies sei nicht unbedingt auf dem Ticket erkennbar. Gegebenfalls sollten Kunden auf Auto oder Bahn ausweichen.

Normale Lufthansa-Flüge sind von dem Ausstand nicht betroffen. An Eurowings ist der Lufthansa-Konzern zu 49 Prozent beteiligt, die CityLine ist eine 100-prozentige Tochter. Zusammen befördern die Gesellschaften etwa 18 Millionen Passagiere im Jahr.

AP / AP