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Pleite von Q-Cells Übernahme für Solarstandort Deutschland wichtig


Die Übernahme des insolventen Solarkonzerns Q-Cells durch den Hanwha-Konzern war fast in trockenen Tüchern. Plötzlich gibt es einen weiteren Kauf-Interessenten. Wichtig ist der Verkauf so oder so.

Die Übernahme des insolventen Solarkonzerns Q-Cells hat nach Einschätzung aus der Branche für die gesamte deutsche Solarindustrie Bedeutung. "Das wäre eine positive Wende in einer schwierigen Situation", sagte der Chef der Branchenvereinigung Solar Valley Mitteldeutschland, Peter Frey, am Montag der Nachrichtenagentur DPA in Erfurt. "Das hat wirklich Bedeutung, das Schlimmste wäre damit abgewendet." Die deutsche Solarbranche war in den vergangenen Monaten von einer massiven Pleitewelle wegen billiger Konkurrenz aus Asien getroffen worden.

Q-Cells hatte mitgeteilt, mit der südkoreanischen Hanwha-Gruppe einen Kaufvertrag unterzeichnet zu haben. Dieser muss allerdings noch von der Gläubigerversammlung am 29. August abgenickt werden. Hanwha will rund drei Viertel der insgesamt 1550 Mitarbeiter weiterbeschäftigen. Neben der Übernahme von Verbindlichkeiten in niedriger dreistelliger Millionenhöhe sieht der Kaufvertrag zudem einen Bar-Kaufpreis in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe vor.

Hanwha will zwei Drittel der Jobs erhalten

Jetzt meldet die spanische Isofoton Interesse an und will den Q-Cells übernehmen. Sie kommt damit der Hanwha-Gruppe in die Quere. Ein Isofoton-Sprecher in Deutschland sagte am Montag, derzeit finde in Frankfurt ein Treffen des Isofoton-Präsidenten Angel Luis Serrano mit Q-Cells statt. Serrano werde bei der Gelegenheit ein Angebot vorlegen. Isofoton wolle alle Q-Cells-Arbeitsplätze erhalten. Standortverlagerungen seien nicht geplant. Über die Höhe des angebotenen Kaufpreises machte der Sprecher keine Angaben. Isofoton wolle einen europäischen Solarkonzern schmieden und habe zu seiner Unterstützung einen US-Fonds dabei, betonte er indes.

Wichtig bei der Übernahmen sei, dass Hanwha oder Isofoton nicht nur die Forschung, sondern auch die Produktion in Deutschland erhalte. Nur die Forschung in Deutschland und die Produktion im Ausland sei nicht sinnvoll, weil den Forschern dann die Rückkopplung fehle. "Das wäre kein gutes Modell." Q-Cells habe jetzt die Chance, die Technologieführerschaft zu übernehmen.

Hanwha hatte am Sonntagabend den Vertrag zum Kauf von Q-Cells unterzeichnet und will in Bitterfeld-Wolfen zwei Drittel der Jobs erhalten. Die Übernahme steht noch unter dem Vorbehalt, dass der Gläubigerausschuss von Q-Cells an diesem Mittwoch zustimmt. Darin sieht die spanische Isofoton ihre Chance und werde ebenfalls ein Angebot vorlegen.

jat/DPA/Reuters DPA Reuters

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