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Preisanstieg um 25 Prozent: Energiesparlampen werden teurer

Nach dem EU-Verbot von 60-Watt-Glühbirnen erhöhen die Hersteller von Energiesparlampen prompt die Preise. Osram hat bereits vorgelegt, Marktführer Philips will nachziehen. Der Grund seien gestiegene Rohstoffpreise.

Gleichzeitig mit dem Verbot der 60-Watt-Glühbirne ab 1. September hat der Leuchtmittel-Hersteller Osram eine Preiserhöhung für Energiesparlampen angekündigt. Inklusive einer Preiserhöhung vom Frühjahr verteuern sich laut einem Osram-Sprecher Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren um bis zu 25 Prozent. Hintergrund sei nicht das Glühbirnenverbot sondern der rasante Anstieg der Rohstoffpreise: "Seltene Erden sind in den vergangenen zwölf Monaten um 700 Prozent teurer geworden."

Für die Produktion der Leuchtmittel würden vor allem Lanthan, Europium, Terbium und Yttrium aus der Gruppe der seltenen Erden benötigt. Den Osram-Kunden sei die Preiserhöhung schon vor einigen Wochen angekündigt worden. Ob und wie stark diese Preiserhöhungen an die Verbraucher weitergegeben würden, liege allerdings beim Handel, so der Sprecher weiter. Osram-Vorstand Martin Goetzeler hatte zuvor der "Financial Times Deutschland" erklärt, er rechne mit Preissteigerungen in der gesamten Branche. Der niederländische Weltmarktführer Philips zieht der Zeitung zufolge am 1. Oktober nach.

Die sogenannten seltenen Erden sind Metall-Rohstoffe mit außergewöhnlichen Eigenschaften. Diese machen sie unentbehrlich für die Herstellung vieler Hightech-Produkte wie etwa Handys, Computer-Chips, Flachbildschirme oder Touchscreens bei Navigationsgeräten. Sie werden auch in Batterien, Magneten, Glasfaserkabel, Katalysatoren und eben in Energiesparlampen eingesetzt.

China verknappt das Angebot künstlich

Die Weltproduktion der seltenen Erden lag zuletzt bei etwa 160.000 Tonnen. Bis zu 97 Prozent der weltweiten Förderung kommen aus China. Die Volksrepublik hat aber die Ausfuhr seltener Erden zuletzt stark eingeschränkt und mehrere Minen unter staatliche Kontrolle gebracht. Die Preise für die begehrten Rohstoffe sind daher allein im vergangenen Jahr um 130 Prozent gestiegen. Westliche Industrieländer wie Deutschland, die USA und Japan werfen China vor, das Angebot künstlich zu verknappen.

In Europa gibt es nur unbedeutende Vorkommen der seltenen Erden. Wegen technologischer Innovationen ist die Nachfrage in letzter Zeit enorm angestiegen. Deshalb sind Engpässe bei einzelnen seltenen Erden in den nächsten Jahren nicht auszuschließen. Auch die Nachfrage nach Energiesparlampen steigt weiter.

Ab dem 1. September 2011 dürfen in Europa keine klassischen 60-Watt-Glühlampen mehr hergestellt werden und in den Handel gelangen. So will es die EU, die damit den Stromverbrauch privater Haushalte deutlich senken will. Der Glühlampenausstieg soll sich laut Berechnungen der Europa-Politiker bemerkbar machen: Demnach können so in Europa 20 Kraftwerke eingespart werden.

pen/DPA/AFP / DPA