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PRIVATISIERUNG: Deutsche Flughäfen öffnen sich privatem Kapital

Flughäfen Düsseldorf und Hamburg sind teilprivatisiert. Jetzt folgte der Branchenprimus Frankfurt mit dem ersten »richtigen« Börsengang.

Schon vor der Frankfurter Fraport AG haben sich einige der lange rein staatlichen deutschen Großflughäfen für privates Kapital geöffnet. Der Branchenprimus am Main wagt sich als erster an die Börse. Ein Vorbild dafür ist die britische Flughafengesellschaft BAA, die seit 1987 am Aktienmarkt notiert ist.

Als erster teilprivatisierter Flughafen Deutschlands präsentiert sich der Airport Düsseldorf. Die Hälfte der Flughafen GmbH hält die Gesellschaft Airport Partners, hinter der Hochtief und der irische Flughafenbetreiber Aer Rianta stehen. Die andere Hälfte gehört der Stadt. Der laufende Flughafenumbau soll aus eigener Kraft finanziert werden, Börsenpläne gibt es derzeit nicht. Am Flughafen Hamburg hat vergangenes Jahr ein Konsortium unter Führung von Hochtief 36 Prozent der Anteile übernommen, mit der Option auf zusätzlich 13 Prozent bis 2007. Der Kaufpreis betrug 540 Millionen DM. Die restlichen Anteile besitzt die Freie und Hansestadt Hamburg, die auf jeden Fall die Mehrheit am Flughafen behalten will.

Berlin: Aus drei mach eins

Die drei Berliner Airports sollen bis 2007/8 von einem einzigen großen Verkehrsflughafen abgelöst werden. Dieser soll von einem Konsortium aus Hochtief und der IVG-Immobilienholding gebaut und betrieben werden. Dafür läuft gerade das Anhörungs- und Planfeststellungsverfahren. Am Flughafen München, der ganz in öffentlichem Besitz ist, wird ein Börsengang zwar langfristig nicht ausgeschlossen. Bauprojekte wie ein neues Terminal für 2,5 Milliarden DM schultert der Flughafen mit Banken und Fluggesellschaften aber noch selbst.

Die British Airports Authority (BAA), Betreiberin von London- Heathrow und sechs anderen Flughäfen in Großbritannien, gilt als gelungenes Modell einer Flughafenprivatisierung. Der Konzern hält mehrere Beteiligungen in den USA und ist auch mit den Betreibern der New Yorker Flughäfen im Gespräch. Weltweit hat das Unternehmen im vergangenen Jahr 200 Millionen Passagiere abgefertigt.