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PROZESS: Ryanair darf nicht mit »Frankfurt-Hahn« werben

Im Rechtsstreit mit der Lufthansa um den Hunsrück-Flughafen hat die Fluglinie Ryanair eine Niederlage erlitten und darf nicht mehr mit der Nähe zu Frankfurt werben.

Das Landgericht Köln untersagte dem irischen Billigflieger am Dienstag in einer einstweiligen Verfügung, den ehemaligen US-Luftwaffenstützpunkt zu Werbezwecken als »Frankfurt-Hahn« zu vermarkten. Dies ist für einen großen Teil der Kunden irreführend, weil der Provinzflughafen mehr als 120 Kilometer von Frankfurt/Main entfernt liegt. Die Richter folgten damit einer früheren Entscheidung des Oberlandesgerichts Köln (Az.: 33 O 391/01). Dagegen hatte Ryanair Widerspruch eingelegt. Die Lufthansa begrüßte das Urteil.

120 km sind nicht 'nah'

Nach Ansicht des Gerichts hat Ryanair seinen Kunden in Zeitungsanzeigen vorgegaukelt, das der Flughafen Frankfurt-Hahn ähnlich nah an der Mainmetropole liegt, wie der international bekannte Airport Frankfurt/Main. Dieser Irrtum kostet die Passagiere Zeit und Geld.

Koblenz liegt näher

»Eine Autofahrt von Frankfurt am Main bis Hahn dauert etwa eine Stunde und 30 Minuten. Eine Bahnverbindung existiert nicht. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln beträgt die Fahrtzeit etwa drei bis vier Stunden«, begründeten die Richter der 33. Zivilkammer das Urteil. Auch Großstädte wie Mainz, Wiesbaden oder Koblenz liegen erheblich näher an dem Flughafen im Hunsrück als Frankfurt/Main. Verwendet Ryanair weiterhin die Bezeichnung »Frankfurt-Hahn«, so droht der Gesellschaft ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro.

Unlauterer Wettbewerb

Ryanair hatte vor Gericht argumentiert, das rheinland-pfälzische Landesamt für Straßen- und Verkehrswesen habe im September 2001 den Hunsrück-Flughafen offiziell zum »Verkehrsflughafen Frankfurt-Hahn« umbenannt. Diese Verwendung des Namens in Anzeigen, die Angebote von Ryanair mit der Lufthansa verglichen, hatte bereits das Kölner Oberlandesgericht (OLG) als Bruch des Gesetzes gegen unlauteren Wettbewerb gewertet.