QUARTALSERGEBNIS Mobilcom-Verluste schnellen in die Höhe


Der Streit mit France Telecom hat die Verluste des Mobilfunkanbieters Mobilcom im ersten Quartal in die Höhe schnellen lassen.

Der Streit mit France Telecom hat die Verluste des Mobilfunkanbieters Mobilcom im ersten Quartal in die Höhe schnellen lassen: »Insgesamt belasten Sondereffekte in Höhe von 90,3 Millionen Euro das Ergebnis, die in der Kontroverse mit France Telecom und der Konzern-Konsolidierung ihre Ursache finden«, teilte das Unternehmen am Dienstag in Büdelsdorf mit.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Goodwill sank auf minus 120,7 Millionen Euro nach einem Verlust von 34,8 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Nach Steuern entstand ein Verlust von 116,4 Millionen Euro nach minus 43,5 Millionen Euro im Vergleichszeitraum.

Konzentration aufs Kerngeschäft

Mobilcom-Vorstandschef Gerhard Schmid erklärte, der Konzern werde im Rahmen des konzernweiten Umbaus zum UMTS-Netzbetreiber »die Konzentration auf das Kerngeschäft Mobilfunk« in den kommenden Monaten forcieren. Nach seinen Angaben seien Überkapazitäten aus den Boomjahren 1999 und 2000 weitgehend korrigiert worden.

GPRS-Start musste verschoben werden

Nach Angaben von Mobilcom führte die öffentliche Diskussion um die Partnerschaft mit France Telecom zu Einschnitten auch im operativen Geschäft. Der für Februar 2002 geplante Start des GPRS-Dienstes habe nicht umgesetzt werden können. Mobilcom sei so eine neue Umsatzquelle verschlossen geblieben. Entwicklungs- und Anlaufkosten seien nicht durch Erlöse gedeckt worden, deshalb sei eine Rückstellung in Höhe von 77,5 Millionen Euro notwendig geworden.

Weniger Provisionen

Ein weiterer Grund für die rückläufige Ergebnisentwicklung ist laut Mobilcom der Rückgang der von den Netzbetreibern an Mobilcom bezahlten Provisionen für die Kundenvermittlung. Im ersten Quartal 2001 betrug der Umsatzanteil durch Provisionen von D1, D2 und E-Plus den Angaben zufolge noch 40 Prozent, in den ersten drei Monaten in 2002 lediglich 13 Prozent. Ursachen seien das geringere Wachstum des Marktes und die Tatsache, dass Mobilcom sich zum Netzbetreiber entwickele.

Insgesamt setzte der Konzern im ersten Quartal 514,3 Millionen Euro um im Vergleich zu 728,7 Millionen Euro im Vorjahr. Die Gesamtkundenbasis verbesserte sich von 7,3 Millionen auf neun Millionen Kunden. Das Ergebnis pro Aktie belief sich nach Firmenangaben auf minus 1,77 Euro gegenüber minus 0,67 Euro im ersten Quartal 2001.

Schmid hatte sich im März nach langem Streit mit Mitbesitzer France Telecom bereiterklärt, seine MobilCom-Anteile an eine Bankengruppe zu verkaufen und als Firmenchef abzutreten. Er soll für seine knapp 40 Prozent Anteile an dem Telefonunternehmen mehr als 500 Millionen Euro bekommen. Damit unterlag Schmid im Streit mit dem France Telecom. Der UMTS-Ausbau wird laut Mobilcom nun voraussichtlich langsamer vorangehen; die Ausbaugeschwindigkeit war der Hauptgrund für den Streit.


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