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Rekordhoch DAX schließt auf historischem Höchststand


Die Börsen sind im Kaufrausch: Der deutsche Leitindex DAX schließt auf dem höchsten Stand aller Zeiten. Erstmals klettert der Dow-Jones-Index über 15.000 Punkte. Viele Anleger investieren in Aktien.

Die ultra-lockere Geldpolitik der Notenbanken hat die Börsenkurse am Freitag auf Rekordhöhen getrieben, die Zinssenkung der Europäischen Zentralbank hat Investoren in Champagnerlaune versetzt. Der deutsche Leitindex DAX schloss am Freitag auf dem höchsten Schlusskurs aller Zeiten bei 8122 Punkten. Noch nie hatte der wichtigste deutsche Börsenindex am Ende eines Handelstages höher gestanden, lediglich im Handelsverlauf hatte er am 13. Juli 2007 tagsüber das Rekordhoch von 8151,57 Punkten erreicht. Auch die US-Börsen setzten ihre Rekordjagd fort, der Dow-Jones-Index an der New Yorker Wall Street überwand erstmals die Marke von 15.000 Punkten.

Neben der Politik der Notenbanken war es vor allem eine Nachricht aus den USA, die auf bessere Zeiten für die Konjunktur und damit für die Aktiengesellschaften hoffen lässt: Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft stieg im April um 165.000, während Volkswirte nur ein Plus von 140.000 Stellen erwartet hatten.

Geld ist so billig wie nie

Da das Geld im Euro-Raum so billig ist wie nie, frisst die Inflation das Geld der vorsichtigeren Sparer auf. Das Sparbuch wirft so gut wie nichts mehr ab, Staatsanleihen von Ländern mit guter Bonität wie Deutschland versprechen nur mickrige Erträge. "Was als Anlagealternative bleibt, ist der Aktienmarkt", sagt Robert Halver von der Baader Bank.

An den Börsen gehe es zudem weiter bergauf, weil reichlich Liquidität an den Kapitalmärkten sei, sagt Halver: "Und die Aussicht auf steigende Zinsen existiert nicht. Im Gegenteil, eine weitere Zinssenkung ist sogar zu erwarten."

Damit scheint der Schock über das Politchaos in Italien und die Zypernkrise vorerst überwunden. Nach der Rekordrally 2012 und dem guten Jahresstart 2013 hatten die schlechten Nachrichten aus den Euro-Krisenländern zunächst die Stimmung verdorben. Auch die US-Börsen hatten Mitte April eine Verschnaufpause eingelegt - unter anderem wegen enttäuschender Konjunkturdaten aus China und den USA. Das Bombenattentat in Boston hatte zusätzlich für Verunsicherung gesorgt.

Analysten sehen Luft nach oben

Die DZ Bank sieht trotz des Höhenflugs weiterhin noch Luft nach oben. Aktien seien insbesondere im relativen Vergleich zu allen verzinslichen Anlagen noch immer günstig bewertet. Die Experten der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) sehen kurzfristig hingegen wenig Spielraum für weitere Kurssprünge. Jüngste Konjunkturdaten vor allem aus dem Euro-Raum seien schwächer ausgefallen als erwartet. Das habe der Hoffnung auf eine baldige Überwindung der Wachstumsschwäche einen Dämpfer versetzt.

mb/DPA DPA

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