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Rücktritt: WestLB-Chef Sengera packt seine Aktentasche

Nach dem Chaos der letzten Wochen war es fast abzusehen: WestLB-Vorstandschef Sengera zieht die Konsequenzen aus den tiefroten Zahlen, die unter seiner Führung eingefahren wurden und verlässt das Unternehmen.

Der Milliarden-Verlust von Deutschlands fünftgrößter Bank WestLB hat personelle Konsequenzen. Vorstandschef Jürgen Sengera trat am Montag in Düsseldorf von seinem Amt zurück. Das teilte der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Bernd Lüthje, nach einer Sondersitzung mit Vertretern der Bankeigentümer mit. Als Grund wurden unterschiedliche Auffassungen zur zukünftigen Geschäftspolitik der WestLB AG genannt. Einen Nachfolger gebe es derzeit noch nicht. Der Rücktritt sei im Einvernehmen erfolgt, hieß es weiter.

Sengera war in den vergangenen Wochen wegen der tiefroten Zahlen des Düsseldorfer Bankkonzerns in die Kritik geraten. Das Bundesamt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin) nahm ein Einzelengagement der WestLB in London in einer Sonderprüfung unter die Lupe. Nach Presseberichten wird in dem jetzt vorliegenden Prüfbericht harte Kritik am Vorstand der Bank geübt. So soll die Risokokontrolle mangelhaft gewesen sein. In dem Zusammenhang soll sogar die Eignung der zuständigen Vorstände in Frage gestellt worden sein. Der WestLB-Konzern verzeichnete 2002 einen Vorsteuerverlust von insgesamt fast 1,7 Milliarden Euro.

Auch der Verrtag mit dem Vorstandsmitglied Andreas Seibert werden aufgelöst, teilte Aufsichtsratsvorsitzender Bernd Lüthje am Montag in Düsseldorf nach einem Treffen der Bankeigentümer mit - ebenfalls im gegenseitigen Einvernehmen. Wie im Eigentümerkreis weiter verlautete, soll außerdem der im April 2004 auslaufende Vertrag mit Adolf Franke, der im Vorstand das Risikomanagement verantwortet, nicht verlängert werden. Seibert war für Spezialfinanzierungen zuständig. Als Grund für die Vertragsauflösungen wurden unterschiedliche Auffassungen zur künftigen Geschäftspolitik der WestLB AG genannt.

DPA