Russland-Ukraine EU begrüßt Einigung im Gasstreit


Der Konflikt zwischen dem von Moskau kontrollierten Energieunternehmen Gasprom und der Ukraine ist beigelegt. Die EU und Bundeswirtschaftsminister Michael Glos begrüßten die Einigung.

Im Streit um Gaslieferungen haben sich Russland und die Ukraine am Mittwoch auf eine Erhöhung der Preise geeinigt. Russisches Gas werde in Zukunft zu einem Preis von 230 Dollar (195 Euro) an den Zwischenhändler Rosukrenergo verkauft, sagte Gasprom-Chef Alexej Miller in Moskau.

Diese Firma, die zum Teil Gasprom sowie einem österreichischen Partner gehört, exportiere das russische Gas gemeinsam mit billigerem Gas aus Zentralsien zu einem Preis von 95 Dollar an die Ukraine. Wie die Preisdifferenz im Detail überbrückt werden soll, war zunächst unklar. Bislang zahlte die Ukraine 50 Dollar an Russland sowie einen ähnlich niedrigen Preis an Turkmenien.

Ukraine erhält mehr Transitgebühren

Der Chef des ukrainischen Energieversorgers Naftogas Ukrainy, Alexej Iwtschenko, verkündete auf einer Pressekonferenz in Moskau eine Preiserhöhung für den Tranist von russischem Gas durch die Ukraine. Für den Transport in Richtung in West- und Mitteleuropa erhalte die Ukraine in Zukunft 1,60 Dollar statt bisher 1,09 Dollar für 1000 Kubikmeter je 100 Kilometer Strecke.

Iwtschenko kündigte an, dass beide Seiten in Zukunft ihre Geschäfte in bar abwickeln. Bislang hatte Russland die Transitgebühren an die Ukraine in Form von Gas beglichen.

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) und die EU begrüßten die Einigung. "Nicht zuletzt die intensiven Bemühungen Deutschlands und seiner EU-Partnerländer um die Sicherstellung der Gasversorgung für Deutschland und Westeuropa dürften dazu beigetragen haben", sagte Glos.

Der Wirtschaftsminister sieht in dem Gaskonflikt einen Anlass, "grundsätzlich darüber nachzudenken, wie wir unsere Energieversorgung längerfristig stärker mit in Deutschland verfügbaren Energiequellen sicherstellen können".

Die EU-Kommission und der österreichische EU-Ratsvorsitz erklärten, Russland und die Ukraine hätten mit der Einigung eine rasche und positive Antwort auf den Aufruf der EU zur Beilegung ihres Konflikts gegeben. Sie hätten mit dem Schritt die Bedeutung ihrer Rolle als langfristige Erdgas-Lieferanten für die EU berücksichtigt.

DPA/Reuters DPA Reuters

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