RWE und EnBW Energiekonzerne tauschen Chefs aus


Gleich in zwei Energiekonzernen hat es zum Oktober Wechsel in den Führungsetagen gegeben: Bei RWE ging Harry Roels vorzeitig, bei EnBW hat Utz Claassen seinen Vertrag nicht verlängert. Die Nachfolger stehen vor teils großen Aufgaben.

Chefwechsel bei zwei deutschen Energie- Riesen: Seit diesem Montag steht Jürgen Großmann an der Spitze von RWE in Essen, Hans-Peter Villis übernahm das Ruder bei EnBW in Karlsruhe. Der 55-jährige Großmann löste vorzeitig Harry Roels (59) ab. Der bisherige Eon-Manager Villis (49) folgte auf Utz Claassen (44), der nach mehr als vierjähriger Amtszeit überraschend seinen Vertrag nicht verlängert hatte.

Großmann, bislang erfolgreich in der Stahlbranche tätig, stellt den zweitgrößten deutschen Energiekonzern RWE nun auf den Prüfstand. Dabei gehe es darum, an die Spitze zurückzukehren, kündigte der 55- Jährige in einem Brief an die Mitarbeiter des Konzerns an. "Ihnen wie mir ist bewusst, dass die RWE keine Revolution braucht, keinen Aktionismus, sondern eine konsequente und moderne Weiterentwicklung entlang der bisherigen Fokussierung auf Energie - doch mit gesteigertem unternehmerischen Elan", heißt es in dem Brief. RWE wolle künftig führend sein bei Innovationen, Umwelttechnologien und beim Einsatz von erneuerbaren Energieträgern.

Vorzeitiger Wechsel an Konzernspitze

Der zunächst zum 1. Februar 2008 angekündigte Wechsel an der Konzernspitze hatte zuvor zu Diskussionen um ein Machtvakuum gesorgt. Ursprünglich sollte Großmann zum 1. November zunächst als einfaches Vorstandsmitglied unter der Regie seines Vorgängers Roels bei RWE eintreten, um dann drei Monate später den Cheposten zu übernehmen. Erst vor etwas mehr als einer Woche hatte der Aufsichtsrat dem vorgezogenen Wechsel zugestimmt.

EnBW-Chef Villis stellte sich am ersten Arbeitstag dem Städtetag Baden-Württemberg vor. Dieser erste Termin sei Ausdruck seiner Wertschätzung für Städte und Gemeinden, hieß es bei der EnBW. Gemeinden vergeben sogenannte Konzessionsrechte. Sie haben daher große Bedeutung für den Stromversorger. Mit Konzessionsrechten erwerben Energieversorger das Recht, Stromleitungen über Gemeindegebiet zu führen.

Claassen eckte immer wieder an

Claassen hatte sich trotz steigender Umsätze, wachsender Überschüsse und sinkender Schulden nicht überall Freunde gemacht. Der selbstbewusste Sanierer und Ex-Unternehmensberater eckte immer wieder medienwirksam an. Auch sein Millionengehalt sowie die Höhe seiner Pensionszahlungen sorgten für Gerede. Der aus einer Bergmannsfamilie stammende Villis gilt hingegen als bodenständig, ruhig und sachlich.

Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG mit Sitz in Karlsruhe gehört zu den vier größten deutschen Stromversorgern. Hauptanteilseigner sind die Electricité de France (EdF) und der Kommunalverband Oberschwäbische Elektrizitätswerke (OEW).

DPA DPA

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