Sanierungskonzept Schiesser macht weiter


Neue Hoffnung für Schiesser-Mitarbeiter: Das insolvente Traditionsunternehmen kann weiter Unterwäsche herstellen. Das Zukunftskonzept sieht mehr Internet-Handel und Outlet-Center vor, dafür weniger Lizenzgeschäfte. Ob die Eigentümer im Boot bleiben, entscheidet sich im Juli.

Der insolvente Wäschehersteller Schiesser darf mit einem neuen Konzept weitermachen. Insolvenzverwalter Volker Grub stellte am Montag in Radolfzell am Bodensee die Eckpunkte des Sanierungskonzepts vor: Die Trennung von verlustreichen Lizenzgeschäften, der Ausbau des Internethandels und die Erweiterung des Outlet-Centers in Radolfzell sollen Schiesser retten.

Auf einer Gläubigerversammlung am 7. Juli soll dann entschieden werden, ob die Schweizer Eigentümer weiter im Boot bleiben oder ein Käufer gesucht wird. Die 1875 gegründete Firma mit 2300 Mitarbeitern, 510 von ihnen in Radolfzell, hatte am 9. Februar Insolvenz beantragt. Das Amtsgericht Konstanz hat das Verfahren am 1. Mai eröffnet.

Um wieder auf Kurs zu kommen, trennt sich Schiesser vor allem von bestimmten Lizenzfertigungen. Erste Schritte dazu waren bereits 2008 unternommen worden. Die Fremdfertigung hat maßgeblich zu einem Schuldenberg von zuletzt 65 Millionen Euro beigetragen. Für die Firmen Strellson und Seidensticker wird Schiesser jedoch weiter produzieren. Das Fabrik-Verkaufs-Zentrum in Radolfzell soll von 4000 auf 10.000 Quadratmeter vergrößert werden.

Insolvenzverwalter Grub hatte Schiesser von Anfang an gute Überlebenschancen eingeräumt. Die Nachricht vom Insolvenzantrag hatte bei Kunden sowie zahlreichen Händlern eine Welle der Solidarität ausgelöst. Die Eigentümerfrage will er bis Ende dieses Jahres geklärt haben. Interesse an der Übernahme von Schiesser hätten sowohl Kapitalinvestoren als auch Bewerber aus der Branche bekundet. Zu ihnen zählt auch der Mode-Designer Wolfgang Joop.

DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker