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SAP-Mitbegründer: Klaus Tschira überraschend verstorben

Der Mitbegründer des Softwarekonzerns SAP, Klaus Tschira, ist tot. Der 74-Jährige starb am Dienstag völlig unerwartet. In seinen letzten Jahren beschäftigte er sich intensiv mit Förderprojekten.

SAP-Mitbegründer Klaus Tschira 2012 auf einer Galaveranstaltung in Mannheim

SAP-Mitbegründer Klaus Tschira 2012 auf einer Galaveranstaltung in Mannheim

Der Mitbegründer des Walldorfer Softwarekonzerns SAP, Klaus Tschira, ist tot. Das teilte die Klaus Tschira Stiftung am Dienstag in Heidelberg mit. Der 74-Jährige sei am Dienstag unerwartet gestorben. Details wurden nicht genannt. SAP reagierte mit Bestürzung auf Tschiras Tod. "Wir haben einen großen Gründer und Förderer verloren", teilte der Konzern mit.

Tschira zog sich 2007 entgültig bei SAP zurück

Zusammen mit Hasso Plattner, Dietmar Hopp und zwei weiteren Ex-Mitarbeitern des Computerkonzerns IBM hatte Tschira 1972 die SAP AG in Walldorf (Rhein-Neckar-Kreis) gegründet. Der Multimillionär hatte sich 1998 aus dem operativen Geschäft und 2007 auch aus dem Aufsichtsrat des Unternehmens zurückgezogen. Seitdem kümmerte er sich vor allem um seine Klaus Tschira Stiftung, die er vor fast 20 Jahren ins Leben gerufen hatte.

Die Heidelberger Stiftung gehört zu den größten Stiftungen Deutschlands und konzentriert sich auf Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik in Kindergärten oder Schulen und unterstützt auch Forschungsprojekte. "Die Klaus Tschira Stiftung und alle mit ihr verbundenen Institutionen trauern um ihren Stifter Klaus Tschira", hieß es von dort.

1997 gründete Tschira auch das EML (European Media Laboratory), ein Institut für angewandte Informatik. Daneben förderte der gebürtige Freiburger, der in Karlsruhe Physik studiert hatte, auch verschiedene Kunst- und Kulturprojekte in der Region. Der verheiratete Vater von zwei Kindern saß in zahlreichen Aufsichtsräten, Kuratorien und Beiräten. Auch ein Preis für verständliche Wissenschaft entstand unter der Ägide seiner Stiftung.

"Klaus Tschira war ein Mäzen, der seine lebenslange Leidenschaft für die Naturwissenschaften in unzählige Projekte gegossen hat", sagte Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne). Er sei stets unprätentiös und auf die Sache konzentriert gewesen. "Wir sind ihm zu großem Dank verpflichtet. Seine prägenden Beiträge für die Wissenschaft werden wir sehr vermissen", sagte Bauer.

ono/DPA / DPA