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SCHMIDT BANK: Furcht um Arbeitsplätze wächst

Nach dem angekündigten harten Sanierungskurs der Hofer SchmidtBank wächst bei Politik und Wirtschaft in Nordostbayern die Furcht vor dem Verlust weiterer Arbeitsplätze.

Betroffen sind kleine und mittlere Betriebe, die finanziell auf schwachen Füßen stehen und nun möglicherweise keine neuen Kredite mehr bekommen, befürchtet der Hofer SPD-Landrat Bernd Hering. Der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Oberfranken, Horst Eggert, sprach von einer sehr schwierigen Situation in der gesamten Region. »Wir befinden uns im ungebremsten Abwärtstrend«.

Erste Schließungen

»Wir hoffen, dass es nicht zu einem Flächenbrand kommt«, sagte Landrat Hering. Im Zusammenhang mit dem Debakel des Geldinstituts wurden schon erste Kleinbetriebe geschlossen. Die SchmidtBank war bekannt dafür, aus regionalpolitischen Erwägungen auch in schwierigen Fällen noch mit Krediten zu helfen. Der neue Bankchef Paul Wieandt hat dagegen eine restriktive Kreditpolitik angekündigt. Die Sparkassen und Genossenschaftsbanken können nicht einspringen, sagte Hering. »Es geht um Summen, die weit über deren Möglichkeiten hinausgehen.«

850 Arbeitsplätze betroffen

Die angekündigte Schließung der Hälfte der 120 Filialen der SchmidtBank ist »ein großer Schock für die Region«, sagte Hering. Bis zu 850 der rund 2.000 Beschäftigten der in Bayern, Sachsen und Thüringen tätigen Bank werden ihren Job verlieren. »Das bedeutet einen großen Aderlass«, sagte der Landrat. Der Kreis Hof hat mit 11,8 Prozent die höchste Arbeitslosenquote in Bayern.

Tiefschlag für die Region

Hauptgeschäftsführer Eggert von der oberfränkischen Handwerkskammer sagte, die Finanzkrise der Bank sei ein weiterer Tiefschlag für die Region. Im Handwerk gingen dort seit 1995 rund 10.000 Arbeitsplätze verloren, 2.300 allein im vergangenen Jahr. Man ist aber trotzdem froh, dass die SchmidtBank überhaupt saniert werden soll. Man braucht sie als regionales Institut. (Achtung: Zur wirtschaftlichen Situation in der Region sendet.