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SICHERHEIT: Fliegen wird teurer

Preussag (TUI) verweist auf Mehrkosten für Sicherheit, auch Flughafengebühren werden teilweise erhöht. Billigflieger sind trotzdem im Aufwind.

Flugreisende müssen als Folge der verstärkten Sicherheitsmaßnahmen mit Preiserhöhungen rechnen. Die Gebühren für die Flugstreckensicherung sowie den An- und Abflug der Maschinen werden angehoben. Das Bundesinnenministerium bestätigte am Wochenende Medienberichte, wonach der gestiegene Aufwand für die Überwachung der Flughäfen in Rechnung gestellt wird. Damit kassieren eine Reihe von Flughäfen ab Januar höhere Sicherheitsgebühr. Der größte Tourismus-Konzern Europas, Preussag, der ab 2002 TUI heißt, kündigte in der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung« bereits an, dass Fliegen teurer wird.

Rückgang ist nicht dramatisch

Die zusätzlichen Kosten für Sicherheit zwingen das Unternehmen zu Preiserhöhungen, sagte der Vorstandsvorsitzende der Preussag AG, Michael Frenzel. Er erwartet, dass sich der Tourismus nach den Terroranschlägen schnell erholt. »Die Buchungseingänge für den Winter liegen zwar unter dem Vorjahr. Aber der Rückgang ist nicht dramatisch.«

Preiserhöhung ist erster Schritt

Nach Informationen der »BamS« erhebt der Reiseveranstalter TUI als erstes Unternehmen ab 1. November eine zusätzliche Versicherungsgebühr. »Für die Nah- und Mittelstrecke - wie zum Beispiel nach Gran Canaria - muss der Urlauber 10 Euro (19,56 DM), für Fernstrecken wie Kuba 12 Euro und für Linienflüge 18 Euro zahlen«, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung der TUI-Deutschland, Volker Böttcher, der »Bild am Sonntag«. Anlass für die Erhöhung waren die Attentate vom 11. September. Zurzeit verhandelten Fluggesellschaften und Versicherer über neue Verträge. Es ist nicht auszuschließen, dass die Versicherungsgebühren noch einmal um zwei bis drei Euro steigen. Bis zum 25. November fliegen die Airlines noch mit einer »staatlichen Patronatserklärung«, die Versicherungsschäden bis zu einer Milliarde Mark deckt. Für die zuvor drastisch erhöhten Versicherungsprämien sind Gebühren fällig, welche die Airlines an Reiseveranstalter und diese an die Kunden weitergeben. Die Gebühr betrifft nur Neubuchungen ab 1. November und wird direkt im Reisebüro gezahlt, hieß es.

Flughafengebühren steigen stark an

Die Flugsicherheitsgebühren werden nach Informationen des »Spiegel« teilweise drastisch erhöht. In Köln muss dann ab Januar ein Passagier bei Start und Landung fast zwölf Mark zahlen, das sind rund drei Mark mehr als bisher. In Bremen erhöht sich die Sicherheitsgebühr von elf auf knapp 12,50 Mark. Auf dem Regionalflughafen Kassel-Calden steigt sie sogar um fast fünf auf annähernd 20 Mark.

Ostdeutsche Flughäfen billiger

Dagegen ist die Sicherheitsgebühr auf ostdeutschen Flughäfen deutlich geringer. »Dort sinken die Gebühren sogar, wie das Beispiel Leipzig/Halle zeigt. Statt rund elf Mark wie bisher kommen die Kunden ab Januar dort schon mit 6,34 Mark auf und davon«, berichtete der »Spiegel«. Die meisten Charter- und Linienfluggesellschaften hatten bereits in den vergangenen Wochen Zuschläge bis zu 16 Mark pro Strecke eingeführt.

Auch Flugsicherung braucht offenbar mehr Geld

»Focus« meldete indessen, dass die Sicherheitsgebühren im neuen Jahr nur mäßig steigen und teilweise sogar sinken werden. In Frankfurt am Main sollen künftig pro Passagier 11,18 Mark statt 10,40 Mark kassiert werden, in München 9,59 Mark, das sind 19 Pfennig mehr als bisher. Berlin-Tegel erhöht die Gebühr nur um vier Pfennig auf 6,50 Mark. Gesenkt wird sie in Hamburg von 7,50 auf 6,98 Mark, in Düsseldorf von 8,50 auf 7,65 Mark und in Berlin-Schönefeld von 13,60 auf 9,28 Mark.

Billigflieger profitieren

Während die großen Fluggesellschaften Flüge streichen, Mitarbeiter entlassen und die Preise erhöhen, profitieren die Billiganbieter. Die Buchungszahlen und Aktienkurse der kleinen, aber effizienten Fluggesellschaften legten kräftig zu. Die Buchungszahlen von Ryanair aus Irland und der britischen Easyjet sind selbst im September um rund 30 Prozent zum Vorjahr gestiegen. Auch die Aktien der Unternehmen zogen um jeweils 40 Prozent an.