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Siemens: "Mit Ideen den Krieg gewinnen"

Nach dem Verkauf des Siemens-Handygeschäfts bangt die IG-Metall um Arbeitsplätze in anderen Sparten. Siemens-Chef Klaus Kleinfeld sieht im Kampf um Marktanteile nicht das Sparen als seine schärfste Waffe.

Siemens-Chef Klaus Kleinfeld hat den Verkauf der Handy-Sparte an das taiwanesische Unternehmen Benq verteidigt. Die Entscheidung sei "eine weitsichtige Lösung", von der alle profitierten - Mitarbeiter, Kunden und Aktionäre. Gleichzeitig wandte er sich entschieden gegen die Forderung der IG Metall, in diesem Sektor die 35-Stunden-Woche wieder einzuführen.

Die IG Metall fürchtet nach dem Verkauf des Siemens-Handygeschäfts um die Sicherheit der Arbeitsplätze in Deutschland. Im vergangenen Jahr hatten sich die Arbeitnehmer in den Siemens-Telefonwerken Kamp-Lintfort und Bocholt auf längere Arbeitszeiten bei gleichem Lohn eingelassen. Siemens gab im Gegenzug eine Jobgarantie bis Mitte 2006. Um einem Bruch des Versprechens zuvorzukommen, droht die IG Metall droht nun mit der Kündigung dieses Zusatztarifvertrags.

"Wir müssen schneller werden"

Kleinfeld kritisierte die Drohung. Die Diskussion sei nicht im Sinne des örtlichen Betriebsrats und der Belegschaft, sagte der Vorstandschef. Nach Kleinfelds Meinung sei eines klar: "Nur erfolgreiche Geschäfte schaffen sichere Arbeitsplätze. Dabei kommt es auf die Leistung genauso an wie auf die Kosten."

Nach dem Verkauf will der Siemens-Chef jetzt bei den übrigen Sparten aufs Tempo drücken. "Wir müssen schneller werden", kündigte er in einem Gespräch mit dem "Spiegel" an. "Schneller die Zukunft sehen, schneller Patente anmelden, schneller auf Kundenwünsche eingehen." Von den 13 Bereichen des Konzerns seien zwei - der IT-Dienstleister SBS und Communications - weit von den Vorgaben entfernt. "Dort ist wie bei allen anderen die Innovationskraft der Schlüssel", sagte er.

Bereits jetzt gebe Siemens allein fünf Milliarden Euro jährlich für Forschung und Entwicklung aus. 45.000 Mitarbeiter arbeiten in diesem Bereich. "Den ,Krieg` gewinnen Sie mit Ideen, nicht mit Sparmaßnahmen", sagte Kleinfeld. Der Nachfolger von Heinrich von Pierer hatte es sich zum Ziel gesetzt, in den nächsten 18 bis 24 Monaten alle Unternehmensteile auf Kurs zu bringen. Sieben der 13 Bereiche erfüllen die Renditevorgaben bereits, vier seien auf einem guten Weg, sagte er.

AP / AP