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Siemens-Affäre: Spitzensportler als Zeugen im Mammutprozess

Mehr als 100 Zeugen sollen benannt worden sein, darunter ranghohe Siemens-Manager und Spitzensportler: Ein spektakulärer Gerichtsprozess steht in der Affäre um verdeckte Zahlungen von Siemens an die arbeitgeberfreundliche Betriebsrats-Organisation AUB bevor.

In der Affäre um die verdeckte Finanzierung der Betriebsräteorganisation AUB durch Siemens steht vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth ein spektakulärer Mammutprozess an. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" hat die Staatsanwaltschaft mehr als 100 Zeugen für das Verfahren gegen den früheren Siemens-Zentralvorstand Johannes Feldmayer und Ex-AUB-Chef Wilhelm Schelsky benannt. Auch einige Spitzensportler sollen in dem Verfahren aussagen, das Ende September beginnen soll.

Feldmayer ist vor allem wegen Untreue, Schelsky wegen Beihilfe dazu und Betrug angeklagt. Zudem wird sich der Prozess wesentlich um den Vorwurf der Steuerhinterziehung in Millionenhöhe drehen. Siemens hat laut der Zeitung inzwischen knapp 5,7 Millionen Euro Körperschaftssteuer nachträglich an das Münchner Finanzamt überwiesen.

Nach Informationen des Blattes will die Anklage 18 ranghohe Siemens-Manager in den Zeugenstand rufen. Daneben sollen Spitzenhandballerinnen des amtierenden deutschen Meisters 1. FC Nürnberg vernommen werden, darunter die Nationalspielerinnen Ania Rösler, Jana Krause und Christina Rohde.

Nach Erkenntnissen der Ermittler seien alle Mitarbeiter der AUB-Bundesgeschäftsstelle in Nürnberg bis 2001 Angestellte von Siemens gewesen und hätten ihr Gehalt vom Konzern bekommen.

DPA / DPA