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Solar-Projekt in Holland: Dieser Radweg produziert Strom

In der Nähe von Amsterdam entsteht gerade ein Radweg aus Solarzellen. Die Innovation soll genug Strom für drei Haushalte produzieren können. Und die Erfinder haben noch viel vor.

Warum müssen Solarpanels eigentlich immer auf Dächern stehen? Wenn sie platt auf dem Boden liegen, bekommen sie doch auch jede Menge Sonne ab. Damit sie kein Hindernis darstellen, müssen sie nur robust genug sein, dass man darüber laufen oder fahren kann.

In den Niederlanden entsteht gerade ein Radweg, der genau diese Eigenschaften mitbringt. Die Firma SolaRoad hat Solar-Paneele entwickelt, denen es nichts ausmacht, wenn man ein bisschen drüber trampelt oder rumpelt. 70 Meter Solarradweg entstehen in dieser Woche im holländischen Krommenie bei Amsterdam. 100 Meter sollen es einmal werden.

Die Solarzellen sind in Betonblöcke von 2,5 mal 3,5 Meter eingepackt, eine Glasschicht von einem Zentimeter bildet die lichtdurchlässige Oberfläche. Die liegenden Solarzellen produzieren laut SolaRoad zwar etwa 30 Prozent weniger Strom als solche, die auf dem Dach nach der Sonne ausgerichtet sind. Dennoch soll der Radweg in Krommenie einmal genug Strom liefern, um drei Haushalte komplett mit Strom zu versorgen.

Die Vision der Macher aber ist viel größer: Sie würden gerne große Teile der niederländischen Straßen in riesige Solarzellen verwandeln. Die erzeugte Elektrizität könne außer für Haushalte auch für die Straßenbeleuchtung oder Elektrofahrzeuge genutzt werden, schreiben die Macher auf ihrer Seite.

Natürlich ist eine Straße aus Solarmodulen teurer als eine aus Asphalt. Bis sich die Kosten für die Solarzellen amortisieren, dauert es eine Weile. Die Machbarkeitsstudie geht davon aus, dass sich das Investment nach einer Lebensdauer von 20 Jahren eingespielt hat. Durch technische Weiterentwicklung soll die Zeitspanne unter 15 Jahre gedrückt werden.

bak
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