HOME

Staatliche Milliardenhilfe: ING-Aktien schießen nach oben

Das Rettungspaket der niederländischen Regierung für die angeschlagene ING-Bank hat den Aktienkurs des Finanzdienstleisters in die Höhe getrieben. Kurz nach Handelsbeginn lagen die Papiere rund 20 Prozent im Plus. Am Wochenende hatte die Bank eine staatliche Kapitalspritze von zehn Milliarden Euro erhalten.

Nach der Bekanntgabe einer staatlichen Beteiligung in Höhe von zehn Milliarden Euro hat sich der Börsenkurs des niederländischen Bankenkonzerns ING deutlich erholt. Am Amsterdamer Handelsplatz machte die ING-Aktie am Montag im frühen Handelsverlauf mehr als 20 Prozent gut. Parallel zur staatlichen Unterstützung gab ING den Verkauf seiner Versicherungstochter in Taiwan für 447 Millionen Euro an die Fubon Financial Holding bekannt. Die in Frankfurt ansässige Tochter ING-Diba gilt als größte europäische Direktbank mit mehr als sechs Millionen Kunden in Deutschland und Österreich.

Die größte börsennotierte niederländische Bank hatte sich in der Krise bis dato besser geschlagen als viele Rivalen. Am Freitag hatte sie aber erklärt, erstmals seit ihrer Gründung 1991 einen Quartalsverlust von 500 Millionen Euro ausweisen zu müssen.

Der Beihilfeplan sieht vor, dass die ING eine Milliarde bestimmter Wertpapiere zum Preis von zehn Euro pro Stück an den Staat ausgibt. Der Staat hat dann bei dem Konzern in etwa die gleiche Position wie gewöhnliche Aktionäre. Teil der Vereinbarung ist auch, dass die ING auf die Zahlung einer Schlussdividende 2008 verzichtet und das Management keine Bonus-Zahlungen erhält. Die ING kann die Papiere jederzeit für 15 Euro pro Stück zurückkaufen oder sie in gewöhnliche Aktien umtauschen. Der Staat erhält auf die gekauften Papiere eine jährliche Zinszahlung von mindestens 8,5 Prozent - allerdings nur dann, wenn die normalen Aktionäre eine Dividende bekommen.

NG sei "ein an sich finanziell gesundes Unternehmen, das alle Bonitätsanforderungen erfüllt", betonte Bos. Angesichts der schwierigen Lage auf den internationalen Kapitalmärkten habe sich der Staat jedoch in Absprache mit der Führung der Bank entschieden, für eine begrenzte Zeit als Anteilseigner bei ING einzusteigen. "Sonst hätte die Bank umfallen können, aber das wird nun absolut nicht passieren", sagte Bos.

Der ING-Konzern hat nach eigenen Angaben rund 85 Millionen Kunden in zahlreichen Ländern und beschäftigt 130.000 Menschen. Er gehört damit zu einem der größten Finanzunternehmen der Welt.

Reuters/AP/DPA / AP / DPA / Reuters