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Statistisches Bundesamt: Wirtschaftswachstum 2008 fast halbiert

Die Konjunkturkrise hat die deutsche Wirtschaft schwer getroffen. Das Bruttoinlandsprodukt stieg 2008 nur noch um 1,3 Prozent, das sind 1,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Besonders zum Jahresende brach die Wirtschaftsleistung förmlich ein.

Das Wachstum der deutschen Wirtschaft hat sich 2008 deutlich abgeschwächt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im abgelaufenen Jahr real um 1,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. 2007 war die Wirtschaft noch um 2,5 Prozent gewachsen, im Boomjahr 2006 sogar um 3,0 Prozent.

Der Anstieg der Wirtschaftsleistung in den vergangenen zwölf Monaten ist vor allem auf das gute erste Quartal zurückzuführen, als das Bruttoinlandsprodukt real um 1,5 Prozent zulegte. Von April bis Juni schrumpfte es um 0,4 Prozent, im dritten Quartal real um 0,5 Prozent. In den letzten drei Monaten 2008 sank das BIP nach vorläufigen Schätzungen des Bundesamtes um 1,5 bis 2,0 Prozent. Einen stärkeren Rückgang hatte es zuletzt Anfang 1987 gegeben. Die endgültigen Zahlen für das vierte Quartal werden erst im Februar veröffentlicht.

Maschinenbau brechen Aufträge weg

Besonders schwer gebeutelt von der Krise ist der Maschinenbau. Im November brachen die Aufträge in der Branche um 30 Prozent ein, wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) in Frankfurt mitteilte. Bei den monatlichen Zahlen für die Auftragseingänge seien starke Schwankungen zwar nichts Ungewöhnliches. Allerdings deuteten die Novemberdaten "auf einen bisher noch nie gesehenen Rückgang der Aufträge hin", hieß es.

Bei dem von kurzfristigen Schwankungen weniger beeinflussten Dreimonatsvergleich September bis November ergibt sich laut VDMA bei den Aufträgen ein Minus von 16 Prozent. Der Verband stellte seine Prognose für dieses Jahr infrage, wonach die Produktion zumindest stagniert.

Düster sieht auch die gesamtwirtschaftliche Lage aus. Für 2009 erwarten die Volkswirte angesichts der dramatischen konjunkturellen Entwicklung einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um zwei Prozent - das wäre der stärkste Rückgang seit Gründung der Bundesrepublik. Deutschland könnte demnach auf das sechste Rezessionsjahr seit 1949 zusteuern. Der Präsident der Deutschen Bundesbank, Axel Weber, rechnet damit, dass die deutsche Wirtschaft erst 2010 wieder an Schwung gewinnt.

Der deutsche Haushalt verzeichnete 2008 erneut ein Minus. Bund, Länder, Kommunen und Sozialversicherungen kamen zusammen auf ein Defizit von 1,59 Milliarden Euro. Die Summe entspricht einem Minus von 0,1 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Damit erfüllte Deutschland wie in den beiden Vorjahren das Maastricht-Kriterium von maximal 3,0 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. 2007 hatte die Defizitquote noch 0,2 Prozent betragen, das Minus betrug knapp vier Milliarden Euro.

DPA/AP/Reuters / AP / DPA / Reuters