stern-Umfrage Ökostrom-Umlage wird den Deutschen zu viel


Energiewende ja, aber zu welchem Preis? 53 Prozent der Deutschen sind nicht bereit, die Erhöhung der Ökostrom-Umlage zu zahlen. Das hat eine Umfrage für den stern ergeben.

Mit bis zu 35 Euro pro Jahr und Haushalt wird die Erhöhung der Ökostromumlage zu Buche schlagen, wenn sie ab nächstem Jahr von 5,3 auf 6,3 Cent je Kilowattstunde steigen wird. Die Mehrheit (53 Prozent) der Deutschen ist allerdings nicht bereit, die höheren Kosten zu zahlen, wie eine Forsa-Umfrage für den stern ergeben hat.

Besonders ausgeprägt ist die Ablehnung im Osten: Dort sind 67 Prozent gegen höhere Strompreise. Im Westen sagen 50 Prozent: nein. 64 Prozent der Befragten sprechen sich deshalb dafür aus, konventionelle Kraftwerke länger als geplant zu nutzen, um die Strompreise stabil zu halte, 30 Prozent sind dagegen.

74 Prozent sind dagegen, dass Unternehmen mit hohem Stromverbrauch weiterhin von der Zahlung der Umlage für erneuerbare Energien befreit bleiben, für die Beibehaltung der derzeitigen Praxis sind 21 Prozent.

Ursprünglich war ein noch stärkerer Anstieg der Ökostromumlage erwartet worden - aber im September gab es überdurchschnittlich wenig Wind- und Solarstrom. In diesem Jahr ist aber nicht vorrangig der Bau neuer Wind- oder Solaranlagen für den erneuten Anstieg verantwortlich. Sondern ein paradoxer Effekt. Nach Branchenschätzungen liegt rund die Hälfte des Anstiegs im Einbruch der Börsenstrompreise begründet: Gibt es für den Ökostrom aber im Verkauf immer weniger Geld wächst automatisch die Differenz zu den auf 20 Jahre festgelegten festen Vergütungssätzen. Und damit steigt automatisch die Umlage. Die geringeren Kosten im Stromeinkauf werden wiederum von Versorgern oft nur unzureichend an die Bürger weitergegeben, kritisieren Verbraucherschützer.

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dg

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