HOME

Rekordwert: Ökostrom-Umlage steigt auf 6,3 Cent

Bürger müssen sich erneut auf höhere Stromrechnungen einstellen. Die über den Strompreis zu zahlende Ökostrom-Umlage steigt 2014 auf einen Rekordwert.

Auf Stromkunden kommen 2014 weitere Belastungen zu. Die über den Strompreis zu zahlende Ökostrom-Umlage wird für das kommende Jahr auf einen Rekordwert von exakt 6,307 Cent je Kilowattstunde festgelegt. Damit muss ein Durchschnittshaushalt 2014 etwa 35 Euro mehr für die Förderung von Wind- und Solarenergie zahlen. Bisher sind 5,277 Cent je Kilowattstunde über den Strompreis zu zahlen.

Offiziell wird die Umlage für 2014 am 15. Oktober von den vier Übertragungsnetzbetreibern bekanntgegeben - sie wickeln sämtliche Vergütungen für Biogasanlagen, Wind- und Solarparks ab. Die Differenz zwischen dem für den Strom erzielten Preis und dem auf 20 Jahre garantierten Vergütungssatz zahlen die Verbraucher per Umlage. Ursprünglich war ein noch stärkerer Anstieg erwartet worden - aber im September gab es überdurchschnittlich wenig Wind- und Solarstrom.

Wind- oder Solaranlagen nicht für Anstieg verantwortlich

In diesem Jahr ist aber nicht vorrangig der Bau neuer Wind- oder Solaranlagen für den erneuten Anstieg verantwortlich. Sondern ein paradoxer Effekt. Nach Branchenschätzungen liegt rund die Hälfte des Anstiegs im Einbruch der Börsenstrompreise begründet: Gibt es für den Ökostrom aber im Verkauf immer weniger Geld wächst automatisch die Differenz zu den auf 20 Jahre festgelegten festen Vergütungssätzen. Und damit steigt automatisch die Umlage. Die geringeren Kosten im Stromeinkauf werden wiederum von Versorgern oft nur unzureichend an die Bürger weitergegeben, kritisieren Verbraucherschützer.

Besonders der Ausbau im Solarbereich ist in diesem Jahr geringer als 2012. Der Bundesverband erneuerbarer Energien (BEE) rechnet mit 3500 Megawatt (MW) an neuer Solarleistung, 2800 MW Windkraft an Land und 220 MW Windkraft auf See. Dieser Zubau schlägt laut BEE bei der um rund einen Cent steigenden Umlage nur mit etwa 0,15 Cent zu Buche. Kanzlerin Angela Merkel(CDU) strebt angesichts der hohen Kosten eine rasche Reform des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes an. Allerdings kann die Politik nichts mehr ändern an dem bisher angefallenen Förderberg - denn die Zahlungen sind auf 20 Jahre garantiert und können wegen des Bestandsschutzes nicht rückwirkend gekappt oder gestrichen werden.

kave/DPA / DPA