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Stiftung Warentest: Fahrrad-Kindersitze im Test - ein Klassiker ist "mangelhaft"

Stiftung Warentest hat 17 Fahrradsitze für Kinder getestet - vier sind "mangelhaft". Ausgerechnet eine der bekanntesten Marken offenbarte Sicherheitsmängel.

Ein guter Fahrrad-Kindersitz hilft, das Kind sicher durch den Verkehr zu manövrieren. Dieser Papa hat allerdings den Helm vergessen.

Ein guter Fahrrad-Kindersitz hilft, das Kind sicher durch den Verkehr zu manövrieren. Dieser Papa hat allerdings den Helm vergessen.

Getty Images

Kinder-Fahrradsitze sollen helfen, die kleinen Mitfahrer möglichst sicher durch den Verkehr zu steuern. Die meisten von Stiftung Warentest untersuchten Modelle erfüllen ihre Aufgabe auch ganz gut. Doch ausgerechnet ein Klassiker - der Jockey von Britax Römer - zeigte ungeahnte Schwächen: In der Praxisprüfung überraschten einige der zum Test angetretenen Kinder, indem sie den Anschnallgurt ohne Hilfe der Eltern lösten. Das darf nicht sein. Passiert dies bei voller Fahrt, stellt das ein gewaltiges Sicherheitsrisiko dar.

Im Labor maßen die Warentester, dass eine Kraft von 20 Newton ausreicht, um die Britax-Verschlüsse mit einem Handgriff zu lösen, die Prüfnorm erfordert mindestens 40 Newton. Daher verpassten die Prüfer den beiden Britax-Römer-Modellen "Jockey Comfort" und "Jockey Relax" die Note "Mangelhaft". Im letzten Test 2007 waren die gleichen Sitze noch mit "Gut" bewertet worden - damals war die erforderliche Kraft zum Öffnen nicht gemessen worden. 

Stiftung Warentest konfrontierte Britax Römer mit dem Ergebnis. Das Unternehmen legte daraufhin ein Gutachten vor, laut dem die Kindersitze die Norm einhalten. Stiftung Warentest bleibt dagegen bei der Einschätzung, dass die Firma die Verschlüsse nachbessern sollte.

Update vom 21.2.: In einer Stellungnahme gegenüber dem stern erklärte Britax Römer, sowohl bei internen Tests als auch vom Tüv Rheinland verifizierten Tests hätten die Öffnungskräfte bei 40 bis 60 Newton gelegen. Stiftung Warentest habe diese Kräfte aber anders getestet. Unabhängig davon sei das im Januar 2018 auf den Markt gebrachte Nachfolgemodell des Comfort mit einem neuen Gurtschloss-System ausgestattet.

Neun Kindersitze sind gut

Bei allen anderen getesteten Sitzen stellten die Gurtverschlüsse kein Problem dar. Dennoch fielne noch zwei weitere Sitze mit "Mangelhaft" durch: Beim Bellelli Tiger Relax fanden die Tester in Polster und Sitzschale polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, die möglicherweise krebserregend sein können. Und beim Bobike Exclusive Mini brach im Dauertest die Fußstütze.

Insgesamt erhielten  9 der 17 Modelle die Gesamtnote "Gut". Grundsätzlich müssen sich Eltern überlegen, ob sie lieber einen Sitz zur Montage vor dem Fahrer haben wollen oder einen Sitz, der hinter dem Fahrer befestigt ist. Die vorne montierbaren Modelle halten Kinder bis 15 Kilogramm, die Sitze für hinter dem Fahrer sind bis 22 Kilogramm geeignet. Bei beiden Varianten gibt es gute Modelle ab cirka 60 Euro.

Den kompletten Test lesen Sie kostenpflichtig auf www.test.de 

bak
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