HOME

Streit um Nespresso-Kapseln: Billiganbieter dürfen weiter verkaufen

Der Patentstreit um Billigkapseln für Nespresso-Maschinen ist beigelegt. Nestlé-Tochter Nestec hat eine entsprechende Klage zurückgezogen. Günstige Alternativprodukte dürfen im Handel bleiben.

Billigkapseln für Nespresso-Maschinen dürfen auch weiterhin vertrieben werden. Die Schweizer Nestlé-Tochter Nestec hatte gegen zwei Firmen geklagt, die günstigere Kapseln ohne Lizenz vertreiben. Ein Sprecher des Landgerichtes Düsseldorf teilte am Freitag mit, dass die Klage zurückgenommen worden sei. Damit bleibt die Entscheidung des Düsseldorfer Oberlandesgerichtes vom Februar 2012 bestehen. Das Gericht hatte damals entschieden, dass Kapseln von Fremdherstellern mit dem Hinweis vertrieben werden dürfen, dass sie für Nespresso-Maschinen geeignet seien. Die Richter hatten ihr Urteil damit begründet, dass die erfinderische Leistung sich in der Technik der Kaffeemaschinen widerspiegele, nicht in den Kapseln. Der Patentschutz umfasse daher nicht die Verwendung von Fremdkapseln.

Der Markt für Portionskaffee ist heiß umkämpft: Eine Kapsel Nespresso-Kaffee kostet mindestens 35 Cent. Bei rund sechs Gramm Kaffee pro Kapsel ergibt das einen Kilopreis von 60 Euro - sechs mal so teuer wie normaler Kaffee. Nespresso ist es jedoch gelungen, die teuren Kapseln durch eine aufwendige Werbekampagne mit Hollywoodstar George Clooney zum Statussymbol zu machen. Die Konkurrenz drängt aber mit günstigeren Angeboten auf den Markt. Auch der Discounter Aldi bietet inzwischen ein eigenes System zu einem günstigeren Preis als die Nespresso-Kapseln an.

db/DPA / DPA
Themen in diesem Artikel