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Neuer Preisrekord: Die Strompreise steigen – so teuer wird es bei Ihnen

Strom wird 2020 so teuer wie nie. Mehr als 400 Grundversorger erhöhen die Preise. In welcher Stadt die Preise wie stark steigen – und was Sie dagegen tun können.

Strom

Strom in der Grundversorgung wird teurer, wechseln hilft

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Der Artikel erschien erstmals am 18. November. Wir haben alle Zahlen nach dem 20. November - dem Stichtag für Preiserhöhungen zum Jahreswechsel - aktualisiert.

Zum Jahreswechsel steigt für viele Kunden der Strompreis. 419 Grundversorger haben laut dem Vergleichsportal Verivox angekündigt, den Strompreis zu erhöhen - das ist mehr als jeder zweite. Im Schnitt beträgt die Erhöhung laut Verivox 5,5 Prozent. Für eine Musterfamilie mit einem Verbrauch von 4000 Kilowattstunden bedeutet das Mehrkosten von rund 70 Euro im Jahr.

In manchen Regionen fällt der Preisanstieg noch drastischer aus. So erhöht die Regensburger REWAG den Preis um satte 10,7 Prozent. Bei der EVI Hildesheim sind es 10,6 Prozent, die Stadtwerke Jena erhöhen um 10,1 Prozent, die WSW aus Wuppertal um 9,1 Prozent und die Stadtwerke Bochum um 9,0 Prozent. Unsere interaktive Karte zeigt die alten und neuen Preise der Grundversorger in den 200 größten Städten.

Karte: Strompreise in den 200 größten Städten

Stand: 21. November 2019

Neue Rekordpreise

Der teuerste Grundversorger unter den betrachteten Städten sitzt in Neumünster. Hier muss der Musterhaushalt in der Grundversorgung im kommenden Jahr 1471 Euro für Strom ausgeben, in Lippstadt sind es nur 1061 Euro. Da die Preise für Privatkunden schon jetzt auf Rekordniveau sind, ist klar, dass ab Januar ein neuer Rekord erreicht wird.

Die Versorger verweisen bei den Preiserhöhungen gerne auf die steigende EEG-Umlage. Die Ökostromabgabe, die 22 Prozent des Strompreises ausmacht, steigt um 5 Prozent. Auch die Netzentgelte, die die Stromanbieter für die Nutzung der Netze entrichten müssen, steigen in einigen Regionen. Andererseits können die Stromanbieter ihren Strom derzeit günstig einkaufen, ohne dass sie dies an die Verbraucher weitergeben würden. Laut dem Vergleichsportal Check24 kostet Energie an der Strombörse derzeit 28 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Wechseln spart Geld

Allerdings können Kunden, die noch in der Grundversorgung beliefert werden, jederzeit in einen günstigeren Tarif oder zu einem anderen Anbieter zu wechseln. Das kann mehrere Hundert Euro im Jahr sparen. Auch Stromkunden, die nicht in der Grundversorgung sind (weil sie schon einmal gewechselt sind), steht bei Preiserhöhungen immer ein Sonderkündigungsrecht zu.

Wechseln ist nicht schwierig: Neben den großen Vergleichsportalen haben sich in den letzten Jahren auch kleinere Firmen als Wechselhelfer etabliert, die nur faire Anbieter vermitteln und den Kunden von sich aus anschreiben, wenn der gewählte Tarif nicht mehr günstig ist. Die Stiftung Warentest empfiehlt vor allem die Portale Esave, Switchup, Wechselstrom und Wechselpilot.

In den letzten zehn Jahren sind die Strompreise laut Verivox um 32 Prozent gestiegen, während die Preise insgesamt um 14 Prozent zulegten. Betrachtet man nur die letzten fünf Jahre so liegt der Anstieg mit fünf Prozent allerdings im Rahmen der allgemeinen Teuerung. Aktuell fällt auf, dass sich die Kunden wieder verstärkt für grünen Strom interessieren. Jeder zweite Verbraucher, der in diesem Jahr über Verivox gewechselt ist, wechselte in einen Öko-Tarif, weshalb das Portal vom "Greta-Effekt" spricht. Ein ähnlich starkes Interesse an Ökostrom habe es zuletzt 2012 nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima gegeben.

Tabelle: Strompreis für Haushalte mit 4000 Kilowattstunden Jahresverbrauch in der Grundversorgung

Visualisierung: Patrick Rösing

Daten stammen von Verivox. Aktualisiert am 21.11.2019