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Studie von DIW und Uni Bielefeld Fast jeder dritte Homosexuelle wird am Arbeitsplatz diskriminiert – Transmenschen trifft es noch öfter

Die Hände zweier Männer, ineinander verschränkt, vor Regenbogenfahne
Homosexuelle werden laut einer aktuellen Studie im Arbeitsleben immer noch weithin diskriminiert und gemobbt.
© Michael Reichel / DPA
Laut Gesetz darf in Deutschland niemand wegen seiner Sexualität diskriminiert werden. Dass dies im Alltag oft anders ist, ist kein Geheimnis. Auch am Arbeitsplatz sind zahlreiche Homosexuelle und Transmenschen Mobbing ausgesetzt, wie eine aktuelle Studie belegt.

30 Prozent der Homosexuellen werden in Deutschland im Arbeitsleben diskriminiert, unter Transmenschen sind es sogar mehr als 40 Prozent. Dies hat eine gemeinsame Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) und der Universität Bielefeld ergeben. Fast ein Drittel der Betroffenen geht danach vor Kollegen immer noch nicht offen mit seiner Sexualität um.

Homosexuelle und Transmenschen gehen laut Studie zwar in ähnlichem Maße einer Erwerbstätigkeit nach wie die übrige heterosexuelle Bevölkerung. Doch seien sie meistens höher qualifiziert und in anderen Branchen tätig. So liege der Anteil der Fach- oder Hochschulabsolventen in der Personengruppe bei 60 Prozent gegenüber der restlichen Bevölkerung gleichen Alters mit 42 Prozent. Unterschiede gibt es auch bei der Branchenwahl. So arbeiten Homosexuelle seltener im produzierenden Gewerbe, dafür aber häufiger im Gesundheits- und Sozialwesen sowie der Kunst und Unterhaltung als Heterosexuelle.

Studie von DIW und Uni Bielefeld: Fast jeder dritte Homosexuelle wird am Arbeitsplatz diskriminiert – Transmenschen trifft es noch öfter
© DIW Berlin

Homo- und Bisexuelle: Häufig sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz

Dieser Umstand wird von den Autoren der Studie durchaus kritisch gesehen. "Wenn ich eine ungleiche Verteilung von LGBTQI*-Menschen über verschiedene Branchen sehe, tendiere ich als Soziologin dazu, die freie Wahl erst einmal zu hinterfragen", so Co-Autorin Mirjam Fischer. "Wenn man nämlich aktiv eine Branche wählt, um Diskriminierung zu vermeiden, dann kann man das kaum als freie Wahl betrachten." Insgesamt sieht Fischer zwar "großen Fortschritt bei der rechtlichen Gleichstellung", das reiche aber offensichtlich nicht aus. "Da ist immer noch viel Raum, um die gesellschaftliche Akzeptanz für LGBTQI*-Menschen zu verbessern."

"Die Zahlen decken sich mit dem, was wir aus eigenen Erhebungen und auch aus unserer Beratungspraxis wissen", kommentierte Bernhard Franke, der kommissarische Leiter der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, die Studie in den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Im Arbeitsleben müssten homo- und bisexuelle Menschen häufig neben Mobbing auch sexuelle Belästigung erfahren und hielten deshalb ihre geschlechtliche Identität geheim. Franke betonte: "Niemand darf in Deutschland wegen seiner sexuellen oder seiner Geschlechtsidentität benachteiligt werden." Der Alltag sieht für viele Betroffene aber immer noch anders aus.

Die komplette Studie "LGBTQI-Menschen am Arbeitsmarkt: hoch gebildet und oftmals diskriminiert" finden Sie auf den Seiten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW)
dho / DIW DPA

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