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Studie unter 14- bis 24-Jährigen Euro ist für Jugendliche ein Auslaufmodell


Verbissen suchen Europas Staatenlenker einen Weg aus der Schuldenmisere. Doch die Jungen glauben nicht mehr an die Zukunft des Euro - denn sie haben eine Krise nach der anderen erlebt.

Das Aufwachsen in immer neuen Wirtschaftskrisen nagt am Vertrauen der jungen Generation in ihre Währung: Nicht einmal die Hälfte der 14- bis 24-Jährigen glaubt nach einer am Donnerstag vom Bankenverband in Berlin veröffentlichten Studie inzwischen noch an einen langfristigen Erfolg des Euro. Auch bei der Einschätzung des bisherigen Euro-Erfolgs sagten nur 51 Prozent, dass dieser sich bewährt hat.

Der Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, Michael Kemmer, verwies bei der Präsentation der Studie auf die besonders schwierigen Umstände, unter denen die junge Generation aufwächst. Diese würden vom Platzen der Internetblase 2001/2002 über den Ausbruch der Finanzmarktkrise 2008, gefolgt von einer tiefen Rezession 2009, bis zur aktuellen Staatsschulden-Krise in einer in der Nachkriegsgeschichte einzigartigen Krisensituation aufwachsen.

Gefahr einer Generation von Euro-Skeptikern

Auf die Frage nach einem langfristigen Erfolg der Gemeinschaftswährung gaben in der von der GfK erstellten Studie nur 42 Prozent an, dass nach ihrer Einschätzung der Euro eine erfolgreiche Währung sein werde. 56 Prozent gehen dagegen davon aus, dass er langfristig keinen Erfolg hat.

Kemmer appellierte an Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, gemeinsam für mehr Vertrauen in den Euro zu werben. Ansonsten bestehe die Gefahr einer Generation von Euro-Skeptikern. Während in den vergangenen Jahren Wirtschaftsfragen die aktuellen Debatten bestimmten, nahm der Jugendstudie zufolge das Interesse der jungen Menschen daran spürbar ab. Während 2009 noch 33 Prozent der 14- bis 24-Jährigen sagten, sich stark oder sogar sehr stark für die Wirtschaft zu interessieren, sank dieser Anteil auf jetzt nur noch 22 Prozent.

Die persönliche finanzielle Lage der Heranwachsenden ist in den vergangenen Jahren allerdings entspannter geworden. Nur noch sechs Prozent der Befragten gaben an, größere finanzielle Schwierigkeiten zu haben. Vor drei Jahren waren dies acht Prozent, in der Jugendstudie 2003 sogar 14 Prozent. Jeder fünfte Heranwachsende (22 Prozent) hat schon einmal Schulden gemacht.

mlr/AFP AFP

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