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Tarifkonflikt: Lokführer verlängern Streik-Pause

Im Tarifstreit der Lokführer können zumindest die Kunden erstmal aufatmen: Die Streikpause wurde bis Anfang November verlängert. Auch um das Gehalt der Lufthansa-Piloten wird wieder verhandelt.

Die Lokführer verlängern ihre Streikpause bis zum 2. November.

Die Lokführer verlängern ihre Streikpause bis zum 2. November.

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) will bis 2. November nicht streiken. Dennoch ist der Graben zwischen GDL und Deutscher Bahn tief. Ein neuer Verhandlungstermin stand zunächst nicht fest. Die GDL besteht darauf, auch für jene Berufsgruppen eigene Tarifverträge aushandeln zu dürfen, bei denen sie nicht die Mehrheit der Mitglieder hat.

Die Lokführer-Gewerkschaft hatte nach dem jüngsten zweitägigen Ausstand am vorigen Wochenende zunächst eine siebentägige Streikpause angekündigt. Diese wurde nun bis Ende kommender Woche verlängert. GDL-Chef Claus Weselsky sagte, für die GDL gelte das Prinzip der Tarifpluralität: "Jede Gewerkschaft kann für ihre Mitglieder Forderungen aufstellen und sie, sofern sie mitgliederstark, tarifmächtig und solidarisch untereinander ist, auch durchsetzen."

"Endlich inhaltliche Verhandlungen führen"

Deshalb sei die GDL auch nicht bereit, auf die Vorschläge der Bahn und der konkurrierenden Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) einzugehen, wonach jeweils die Gewerkschaft mit den meisten Mitgliedern die Federführung bei Tarifverhandlungen für die einzelnen Berufsgruppen haben soll.

Die Bahn nannte die Darstellung der GDL, der Konzern wolle Grundrechte von Arbeitnehmern infrage stellen, "absurd und nicht nachzuvollziehen". Eine Bahnsprecherin sagte: "Wir wollen endlich inhaltliche Verhandlungen über die Ansprüche der Arbeitnehmer führen, aber die GDL kommt nicht, weil sie unter konstruierten Vorwänden Organisationspolitik betreibt, selbst wenn dafür die Verfassung herhalten soll." Das Unternehmen wolle unfaire und widersprüchliche Löhne und Arbeitszeitregelungen für dieselbe Berufsgruppe vermeiden.

Piloten wollen wieder verhandeln

Im Tarifkonflikt der Lufthansa-Piloten herrscht vorerst Ruhe an der Streikfront. Verhandlungen zwischen der Lufthansa und der Pilotengewerkschaft "Vereinigung Cockpit" (VC) sind geplant, wann und wo sich Vertreter von Lufthansa und der Gewerkschaft treffen wollen, ist jedoch nicht bekannt.

Die Lufthansa hatte nach Angaben eines Unternehmenssprechers die Pilotengewerkschaft während der achten Streikwelle Anfang der Woche eingeladen, über offene Themen zu diskutieren. VC habe Gespräche über den Vergütungstarifvertrag der Piloten vorgeschlagen. "Wir begrüßen das", sagte der Lufthansa-Sprecher.

660.000 Passagiere von Pilotenstreiks betroffen

Der aktuelle Konflikt dreht sich um den Vorruhestand der Flugkapitäne. "Entscheidend ist aber, dass wir überhaupt wieder ins Gespräch kommen, egal über welches Thema", sagte der VC-Sprecher. Man bleibe streikbereit, hoffe aber auf konstruktive Gespräche. Insgesamt gebe es derzeit 15 Baustellen.

Im Konflikt um die Übergangsversorgung der Piloten mussten Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings seit April insgesamt rund 5900 Flüge wegen Streiks der Flugkapitäne streichen. Davon waren nach Angaben der Fluggesellschaft etwa 660.000 Passagiere betroffen.