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+++ Bahnstreik-Ticker +++: GDL will Streik bis Montag durchziehen

Lokführerstreik in den Ferien: Trotz Notfahrplan ist in vielen Regionen der Personenverkehr stark eingeschränkt. An manchen Tankstellen wird sogar der Diesel knapp. Die News im stern-Ticker.

+++ 16.00 Uhr: Ruf nach Verhandlungen +++

Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) ruft die Tarifparteien auf, ihre Gespräche wiederaufzunehmen. "Lösungen gibt es nur am Verhandlungstisch", sagt er der "Passauer Neuen Presse". "Wir brauchen endlich wieder Normalität auf der Schiene", mahnt zudem der Vorsitzende des Verkehrsausschusses, Martin Burkert.

+++ 15.13 Uhr: GDL bekräftigt Dauer des Streiks +++

Die Lokführergewerkschaft GDL bekräftigt, ihren Streik bis Montagmorgen durchziehen zu wollen. Eine hohe Beteiligung der Lokführer und zahlreiche Zugausfälle zeigen, dass das Zugpersonal in dieser Auseinandersetzung fest zusammen stehe, teilt GDL-Chef Claus Weselsky mit. Die Bahn halte indes weiter daran fest, Verhandlungen unter Vorbedingungen zu führen, die für die GDL unannehmbar seien. Die Gewerkschaft werde daher "nicht eher ruhen, bis der Arbeitgeber die Forderungen des Zugpersonals ernst nimmt und verhandelbare Angebote vorlegt".

+++ 14.56 Uhr: Den Streik mit Humor nehmen +++

Stern-Cartoonist Til Mette hat sich heute Gedanken zum Bahnstreik gemacht.

Und auch auf Twitter regen die ruhenden Züge zu kreativen Ergüssen an.

+++ 14.04 Uhr: Diesel wird zur Mangelware +++

Der Streik der Lokführer lässt an einigen Tankstellen im Raum Kassel und in Teilen Ostdeutschlands Dieselkraftstoff zur Mangelware werden. Es habe ohnehin schon einen gewissen Engpass durch die Ferienreisenden, niedrige Preise und die Umstellung in den Lägern von Übergangs- auf Winterdiesel gegeben, sagt ein Aral-Sprecher in Bochum: "Der Streik ist da nicht gerade hilfreich gewesen und hat den Engpass noch verschärft."

+++ 13 Uhr: Arbeitsmarktpolitiker kritisieren GDL-Arbeitskampf +++

Kritik an der Lokführergewerkschaft GDL: "Bislang haben die Gewerkschaften in Deutschland immer Augenmaß bewiesen und deshalb haben wir auch die wenigsten Streiks. Aber diese Haltung beginnt sich zu drehen", sagte der arbeitsmarktpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Karl Schiewerling, dem Nachrichtenmagazin "Focus" angesichts des GDL-Streiks. Er glaube nicht, dass die Bürger den Machtkampf der Lokführer noch lange hinnähmen. Kritisch äußert sich auch die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Katja Mast. Jede Gewerkschaft habe das Recht zu streiken, aber es sei "keine gute Entwicklung", wenn einzelne kleine Gruppen das Streikrecht beanspruchten, "um mehr für sich herauszuholen als für alle anderen Beschäftigten", sagte Mast dem "Focus".

+++ 12.20 Uhr: "Extrem ruhig" auf den Straßen +++

Zu Beginn des Wochenendes kommt es auf Deutschlands Fernstraßen zu unerwartet wenigen Staus - trotz Herbstferien in elf Bundesländern und des bundesweiten Streiks der Lokführer. Es ist auf den Autobahnen und Landstraßen weitgehend ruhig, sagt eine ADAC-Sprecherin in München: "Der Streik hat bislang keinerlei Auswirkungen auf den Verkehr."

Zwar gab es vor allem in Ballungsgebieten und an Baustellen einige Staus. Doch für ein Wochenende, an dem in insgesamt neun Bundesländern die Herbstferien beginnen oder enden, sei es sogar "extrem ruhig". Am Freitag hatte der ADAC gewarnt, der Streik der Lokführer bei der Deutschen Bahn werde die Situation auf den Straßen zusätzlich verschärfen.

+++ 11.00 Uhr: Tweets zum Bahnstreik +++

Viele Deutsche scheinen sich auf den Streik eingestellt zu haben und sind auf alternative Verkehrsmittel umgestiegen. Die Tweets auf Twitter zeigen statt wartenden Menschenmengen, leere Bahnhöfe und Züge.

Neben unterhaltsamen Tweets, herrscht jedoch auch viel Unverständnis.

+++ 10.50 Uhr: GDL-Konkurrenz spricht von "Mitgliederwerbeaktion" +++

Der Streik stößt bei der Konkurrenzorganisation EVG auf Kritik. Der Ausstand diene nicht dazu, Tarifforderungen zu untermauern, sagt der stellvertretende EVG-Vorsitzende Klaus-Dieter Hommel am Samstag im WDR. Vielmehr handele es sich um eine "Mitgliederwerbeaktion". Ein Ende des Konfliktes ist nach seinen Worten nicht in Sicht. "Ich gehe davon aus, dass die Situation leider noch weiter eskalieren wird in den nächsten Tagen." Der Streik wirkt sich nach Hommels Ansicht auch negativ auf das Verhältnis zwischen den beiden Gewerkschaften aus. Die Stimmung zwischen den unterschiedlichen Mitgliedern werde immer schlechter. Unter anderem würden die am Wochenende arbeitenden Kollegen als Streikbrecher diffamiert, obwohl diese arbeiten müssten, weil sie selbst nicht im Arbeitskampf seien, beklagte Hommel. Er habe Drohnachrichten bekommen.

+++ 10.00 Uhr: Andrang auf Busbahnhöfe +++

Auf Omnibusbahnhöfen in ganz Deutschland herrschte am Samstagmorgen reger Andrang. Bereits am Freitag hatte die Nachfrage die Kapazitäten von Fernbus-Anbietern weit überschritten. MeinFernbus verzeichnete etwa eine Verdreifachung der Buchungen. Auch Fußballfans steigen heute auf Busse um.

+++ 7.22 Uhr: Bahnen stehen still +++

Wenige Stunden nach Beginn des bundesweiten Streiks fahren nach Angaben der Deutschen Bahn nur rund 30 Prozent der Fernzüge. Besonders betroffen seien die Regionen Halle/Leipzig, Hamburg/Hannover sowie Mannheim, teilte die Bahn mit. Dort fallen demnach S-Bahnen, Regionalzüge und Fernzüge aus. Auch in Berlin, München und Frankfurt fahren viele S-Bahnen nicht.

+++ 7.00 Uhr: Ersatzverkehr läuft gut an +++

Der Notverkehr für Regional- und S-Bahnen läuft nach Angaben der einer Bahn-Sprecherin gut. Der Güterverkehr sei jedoch stark eingeschränkt. Ziel sei es, mit dem Ersatzfahrplan mindestens ein Drittel der Züge auf die Schiene zu bringen. Für gestrandete Reisende stellt die Bahn eigenen Angaben zufolge Hotelzüge in Hamburg, Berlin, Frankfurt und München bereit.

+++ 2.25 Uhr: Lokführer-Streik beginnt +++

Die Lokführer-Gewerkschaft (GDL) hat ihren zweitägigen Streik im Personenverkehr der Bahn begonnen. "Betroffen ist der Fern-, Regional- und S-Bahn-Verkehr", sagt eine Bahn-Sprecherin in Berlin. Die GDL will mit dem Ausstand den Bahnverkehr in ganz Deutschland lahmlegen. Der Streik soll am Montagmorgen um 4 Uhr enden, heißt es von der GDL. Die Bahn bittet ihre Fahrgäste, sich auf ihrer Internetseite über die Ersatzfahrpläne zu informieren.

mad/stb/DPA/AFP/Reuters / DPA / Reuters