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Tarifkonflikt bei der Bahn: Lokführer drohen mit weiteren Warnstreiks

Zehntausende Fahrgäste waren vom Warnstreik bei der Bahn am Montagabend betroffen. Nachdem es auch Dienstagfrüh Behinderungen gab, normalisiert sich der Verkehr. Die GDL droht mit weiteren Streiks.

Chaos an den Bahnhöfen - wie hier in Hannover - am Montagabend. Auch am Dienstagmorgen wird laut Bahn längst nicht alles glatt laufen

Chaos an den Bahnhöfen - wie hier in Hannover - am Montagabend. Auch am Dienstagmorgen wird laut Bahn längst nicht alles glatt laufen

Nach dem bundesweiten Lokführer-Warnstreik am Montagabend hat sich die Verkehrslage bei der Bahn am Dienstag inzwischen weitgehend normalisiert. Nur vereinzelt komme es im Nah- und im Fernverkehr noch zu geringfügigen Verspätungen, teilte die Bahn am Morgen mit. In der Nacht habe man mit "Hochdruck" daran gearbeitet, die Züge wieder dorthin zu bringen, wo sie laut Fahrplan sein müssen, erklärte ein Bahnsprecher erklärte. Einige Bahnhöfe seien am Montagabend komplett blockiert gewesen. In Hamburg und Hannover war nach Angaben der Bahn zeitweise der gesamte Verkehr zum Erliegen gekommen. Zehntausende Pendler und Fernreisende in ganz Deutschland waren betroffen, aber auch der Güterverkehr.

Die Mitglieder hätten einmal mehr gezeigt, dass "sie es satt haben, Überstunden zu machen und ihre berechtigten Interessen dann mit Füßen getreten werden", sagte der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky in einer Pressemitteilung. Neben Lokführern waren auch Zugbegleiter und Lokrangierführer zur Arbeitsniederlegung aufgerufen.

Die Deutsche Bahn sprach in einer Stellungnahme von Zehntausenden betroffenen Fahrgästen. Personalvorstand Ulrich Weber warf der GDL vor, die Öffentlichkeit mit ihrer ursprünglichen Ankündigung, schwerpunktmäßig den Güterverkehr zu bestreiken, in die Irre geführt zu haben.

Streiks auch bei Lufthansa weiter denkbar

Die Lokführergewerkschaft will dem ersten Warnstreik ein oder zwei weitere folgen lassen, wenn die Deutsche Bahn kein Angebot für kürzere Arbeitszeiten für das gesamte Zugpersonal vorlege. Das kündigte GDL-Chef Claus Weselsky zum Streikauftakt im Berliner Hauptbahnhof an. Der nächste Schritt wäre dann eine Urabstimmung "über längerfristige Maßnahmen".

Auch im Tarifkonflikt bei der Lufthansa müssen Reisende weiter mit Streiks rechnen. Cockpit-Sprecher Jörg Handwerg bekräftigte zwar am Montag, es werde keine zeitgleichen Streiks von Piloten und Lokführern geben. "Wir wollen Deutschland nicht lahmlegen." Er ließ aber offen, wann die Piloten erneut streiken wollen. Dies werde den Flugpassagieren rechtzeitig mitgeteilt. Bei der Lufthansa sagte eine Sprecherin: "Uns ist keine neue Streikankündigung bekannt." Von Streiks könnten auch die Mutter Lufthansa und deren Frachttochter Cargo betroffen sein.

dho/DPA / DPA