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Tarifkonflikt: Erster ganztägiger Streik

Die IG Metall hat im Tarifstreit um unbezahlte längere Arbeitszeit und mehr Lohn ihre Warnstreiks am Freitag fortgesetzt und will sie im Laufe des Tages erheblich ausweiten.

Im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie hat die IG Metall am Freitagmorgen ihre Warnstreiks fortgesetzt. In Betrieben in Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Thüringen legten zu früher Stunde mehr als 3000 Beschäftigte für kurze Zeit die Arbeit nieder. Im Laufe des Tages sind nach Gewerkschaftsangaben bundesweit weitere Aktionen geplant. Schwerpunkt ist Baden-Württemberg, wo mehr als 50 000 Beschäftigte dem Aufruf der IG Metall folgen wollen.

IG-Metall über Streikverlauf zufrieden

Bereits kurz nach Mitternacht ließen 300 Beschäftigte bei Stabilus in Koblenz die Arbeit für eine Stunde ruhen. Bei den Firmen Otis und Faurecia im niedersächsischen Stadthagen hätten sich rund 2300 Metaller an den Aktionen beteiligt, sagte IG Metall-Sprecher Detlev Kunkel. "Wir sind sehr zufrieden, bisher sind rund 90 Prozent unserem Aufruf gefolgt." Beim Autobauer Karmann in Osnabrück legten rund 300 Mitarbeiter der Nachtschicht die Arbeit kurzfristig nieder. Auch 150 Mitarbeiter des Siemens-Generatorenwerks Erfurt folgten dem Warnstreik-Aufruf der IG Metall.

Im Laufe des Tages soll es im Saarland, in Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und in Thüringen weitere Protestaktionen geben. Bereits am Donnerstag hatten sich rund 16 000 Arbeitnehmer in mehreren Bundesländern an den Warnstreiks beteiligt.

Vier Prozent mehr Lohn gefordert

Mit ihren Protesten will die IG Metall in der laufenden Tarifrunde den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Die Gewerkschaft fordert für die knapp 3,5 Millionen Beschäftigten der Branche vier Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Die Arbeitgeber haben bislang stufenweise Erhöhungen von je 1,2 Prozent für 27 Monate angeboten. Daran ist allerdings die Möglichkeit geknüpft, die Arbeitszeit auf bis zu 40 Stunden die Woche zu verlängern - auch ohne Lohnausgleich.