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TARIFRUNDE: IG-Metall ruft Zehntausende zu Warnstreiks auf

Zu Beginn der entscheidenden Tarifrunden für die Metall- und Elektroindustrie hat die IG Metall heute zehntausende Beschäftigte zu bundesweiten Warnstreiks aufgerufen.

Zum Auftakt der entscheidenden Tarifrunden für die Metall- und Elektroindustrie haben am Montagmorgen die ersten Warnstreiks begonnen. Mehrere hundert Werftarbeiter traten in Wolgast und Stralsund in den vorübergehenden Ausstand. Rund 1500 Metaller aus fünf Betrieben haben nach Angaben der Gewerkschaft IG Metall am Montagmorgen in Thüringen ihre Arbeit niedergelegt. In der Nacht hatten bereits etwa 500 Beschäftigte des Opelwerks in Eisenach gestreikt. Die IG Metall will mit den Streiks ihre Forderung nach 6,5 Prozent mehr Lohn für dieses Jahr bekräftigen. Die Arbeitgeber haben Erhöhungen von jeweils zwei Prozent für 2002 und 2003 angeboten.

Zwickel bekräftigt Forderung

Unmittelbar vor Beginn einer bundesweiten Welle von Warnstreiks hat IG-Metall-Chef Klaus Zwickel die 6,5-Prozent-Forderung seiner Gewerkschaft bekräftigt. »Unsere Leute werden sich nicht mit einem Billigabschluss mit einer Zwei vor dem Komma abspeisen lassen, während sich die Bosse zweistellige Einkommenszuwächse reinziehen«, sagte Zwickel der »Bild«-Zeitung (Montagausgabe). Ab sofort würden täglich 50.000 bis 60.000 Metaller zu Warnstreiks aufgerufen, am Montag allein bei DaimlerChrysler 12.500. Ein Abweichen von der Forderung, die Einkommen um 6,5 Prozent zu erhöhen, lehnte Zwickel ab. »Wir verhandeln bis zum Schluss über unser Forderungsvolumen von 6,5 Prozent über ein Jahr und werden den Druck bis zur letzten Verhandlungsnacht weiter erhöhen.«

Wollen »die Kuh noch im April vom Eis ... bekommen«

Ziel seiner Gewerkschaft bleibe es, noch in diesem Monat einen Abschluss zu vereinbaren. Die IG Metall wolle »die Kuh noch im April vom Eis ... bekommen«, sagte Zwickel. Er begründete die Höhe der Forderung damit, dass die Arbeitnehmer in den vergangenen Jahren ihr Kaufkraftniveau halten, nicht aber hätten steigern können. Zudem seien die Kapitalrenditen der Firmen kräftig gestiegen. Außerdem hätten die Arbeitgeber trotz maßvoller Tarifabschlüsse zu wenig Arbeitsplätze geschaffen. Zugleich wies Zwickel die Forderung von Arbeitgeberpräsident Dieter Hunder nach einer tarifpolitischen Wende der Gewerkschaft zurück. »Die Unvernunft haben die Arbeitgeber doch für sich gepachtet, sonst hätten wir uns längst geeinigt.