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Tarifstreit: Bahn fordert GDL zu Rücknahme von Warnstreik auf

Im Kampf um mehr Lohn hat die Gewerkschaft der Lokführer bundesweite Warnstreiks angekündigt. Die Bahn legte derweil ein neues Tarifangebot vor. Die geplanten Streiks seien "völlig überflüssig".

Die Deutsche Bahn hat die GDL dazu aufgefordert, ihren Warnstreik-Aufruf zurückzunehmen. Das Unternehmen habe der GDL am Morgen ein neues Tarifangebot vorgelegt, teilte Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber mit. Er verwies darauf, dass die Bahn dies bereits am Wochenende angekündigt hatte. Die Warnstreiks seien daher "völlig überflüssig".

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hatte für diesen Montagabend bundesweit Warnstreiks angekündigt. In einer Pressemitteilung heißt es, dass der Arbeitskampf von 18 bis 21 Uhr dauern soll. Den Schwerpunkt des Warnstreiks legte die GDL demnach auf den Güterverkehr. Doch auch der Personenverkehr soll teilweise lahmgelegt werden. Der Ausstand betreffe bundesweit alle Verkehrsgesellschaften, auch den Fern-, Regional- und S-Bahn-Verkehr, sagte GDL-Streikleiter Thomas Gelling.

Machtkampf zwischen Gewerkschaften

Die Warnstreiks stehen im Raum, seit am 18. August Gespräche mit der Bahn und der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) über die Zuständigkeiten in Tarifverhandlungen gescheitert sind.

GDL-Chef Claus Weselsky begründete den Schritt mit der "Blockadehaltung" der Bahn. Deren "ultimative" Forderung, die GdL müsse ihre Unterschrift unter eine Kooperationsvereinbarung mit der "DB-Hausgewerkschaft EVG" setzen, sei eine "tarifpolitische Zwangsjacke", erklärte Weselsky.

Hintergrund ist ein Machtkampf zwischen GDL und der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft: In diesem Jahr ist ein Abkommen zwischen den Gewerkschaften ausgelaufen. Bislang verhandelte die GDL für die rund 20.000 Lokführer, die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) für die 140.000 übrigen Bahn-Mitarbeiter in Deutschland. Die GDL will aber nun auch für 17.000 Zugbegleiter und Rangierführer zuständig sein, die EVG jetzt für alle Sparten verhandeln. Insgesamt geht es um 160.000 Bahn-Mitarbeiter in Deutschland.

kis/DPA/AFP/Reuters / DPA / Reuters