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TARIFVERHANDLUNGEN: »Mehr Geld, sonst Streik«

Im Tarifkonflikt der Metallindustrie hat die Gewerkschaft kurz vor Beginn der möglicherweise entscheidenden Gesprächsrunde erneut zu Warnstreiks und Kundgebungen aufgerufen.

Im Tarifkonflikt der Metallindustrie hat die Gewerkschaft kurz vor Beginn der möglicherweise entscheidenden Gesprächsrunde erneut zu Warnstreiks und Kundgebungen aufgerufen. Allein im Tarifgebiet Küste rechnet die IG Metall am Mittwoch mit rund 30.000 Teilnehmern bei ihren Protestkundgebungen. »Wir wollen das Entgeltrahmenabkommen, und zwar jetzt«, sagte IG-Metall-Sekretär Harald Lehning bei einer Protestkundgebung vor der Hamburger Siemens-Zentrale. Rund 300 Beschäftigte sowie Vertreter verschiedener DGB-Gewerkschaften beteiligten sich an der knapp einstündigen Protestaktion. Sollte bis Mitte nächster Woche kein »vernünftiges Angebot« auf dem Tisch liegen, komme es zur Urabstimmung und anschließend zum Streik, sagte Lehning.

Protestaktionen im ganzen Norden

In Hamburg rief die IG-Metall neben der Kundgebung bei Siemens zu einer Protest-Veranstaltungen bei DaimlerChrysler im Stadtteil Harburg auf. Die Beschäftigten wollen auf der Bundesstraße 73 (Harburg-Buxtehude) für ihre Forderung nach mehr Lohn und Gehalt demonstrieren. Vor dem Blohm+Voss-Werkstor im Hamburger Hafen wollen sich am Mittag Arbeiter und Angestellte versammeln. In Kiel starten Metaller und Elektriker ab 10.30 Uhr von der Werft HDW und dem Westufer am Ostseekai einen Sternmarsch. Die IG Metall rechnet mit insgesamt etwa 30 000 Teilnehmern an den Aktionen in Norddeutschland.

»Fordern besseres Angebot«

Die Vorsitzende des Siemens-Betriebsrates, Birgit Steinborn, sagte, Lohnverzicht schaffe auch bei Siemens keine Arbeitsplätze. Kostenprobleme und Personalabbau entstünden vielmehr durch Fehlmanagement und Markteinbrüche. »Wir fordern, dass morgen in den Verhandlungen ein besseres Angebot gemacht wird, damit ein Streik abgewendet werden kann.«

An diesem Donnerstag gehen in Bremen die Vertreter von Arbeitgebern und Arbeitnehmern in die fünfte Verhandlungsrunde. Die Gewerkschaft fordert 6,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt, die Arbeitgeber haben jeweils zwei Prozent in diesem und nächsten Jahr angeboten.