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Tarifverhandlungen: Lokführer und Deutsche Bahn einigen sich

Gute Nachricht für Bahnfahrer: Die Lokführergewerkschaft GDL hat sich mit der Deutschen Bahn auf einen neuen Tarifvertrag verständigt. Damit ist die Gefahr weiterer Zugausfälle durch Streiks gebannt - allerdings nur im DB-Netz.

Durchbruch im Tarifkonflikt bei den 20.000 Lokführern der Deutschen Bahn: Gewerkschaft und Arbeitgeber haben am Freitag in Frankfurt ein neues Tarifpaket geschnürt und damit auch ein Zeichen für den parallel bei der DB-Konkurrenz laufenden Streit um eine bundesweit einheitliche Bezahlung aller Lokführer gesetzt.

Neben anderen Verbesserungen sieht der Kompromiss 2,0 Prozent mehr Geld vor. Das teilten die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) und der DB-Konzern auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit. "Vor Ihnen steht ein sehr erleichterter Bundesvorsitzender", sagte GDL-Chef Claus Weselsky. "Es lief sehr vernünftig und partnerschaftlich", sagte DB-Personalvorstand Ulrich Weber, der sich wie Weselsky zufrieden mit dem Abschluss zeigte.

Zwei Prozent mehr Geld

Dem Kompromiss zufolge erhalten die Lokführer rückwirkend zum 1. Januar 2,0 Prozent mehr Geld. Diese Steigerung gilt für alle Entgelte in der bisherigen Verdiensttabelle, egal ob die Lokführer Fahrgäste im Nah- und Fernverkehr transportieren oder im Güterverkehr unterwegs sind. Der neue Vertrag hat eine Laufzeit von 18 Monaten und reicht damit bis zum 30. Juni nächsten Jahres.

Mit der Einigung bei der DB steht auch ein Rahmentarifvertrag, der zentrale Beschäftigungsstandards wie Bezahlung, vier wichtige Zulagen und die wöchentliche Arbeitszeit festlegt.

Konkurrenz wird weiter bestreikt

Mit dem Durchbruch sind neue Streiks im Nah- und Fernverkehr des DB-Netzes abgewendet. Ein Ergebnis für die etwa 6000 Lokführer bei den Konkurrenzunternehmen des staatseigenen Konzerns fehlt hingegen noch. Bei 20 DB-Wettbewerbern streikt die GDL derzeit, der am Donnerstag begonnene 48-Stunden-Ausstand läuft noch bis Samstag. Die GDL will, dass das hohe Niveau des Rahmentarifs auch für alle DB-Wettbewerber gilt. Das Ziel, diesen als Flächentarif gedachten Vertrag auch bei der übrigen Branche in Kraft zu setzen, ist jedoch noch weit entfernt.

Dem Kompromiss mit der DB müssen Gremien beider Tarifparteien noch zustimmen - in der Regel ist das aber nur noch ein formaler Akt. Die DB-Lokführer hatten zuletzt 2008 ein Tarifplus von 11 Prozent erkämpft. 2009 betrug die Steigerung 4,5 Prozent. Ein DB-Lokführer verdient derzeit im Schnitt 2700 Euro brutto plus Zulagen. Die ausgehandelten 2,0 Prozent wären bei 2700 Euro brutto 54 Euro.

mad/DPA/Reuters / DPA / Reuters