Telekom Vorstand wird umgebaut


Dem Vernehmen nach will der neue Telekom-Chef René Obermann den Vorstand umbauen: Ein Topmanager soll sich um Privat-, einer um Geschäftskunden, ein dritter um Marketing und Strategie kümmern.

Der neue Telekom-Chef René Obermann wird dem Vernehmen nach den Vorstand umbauen. Die sechs Mitglieder werden demnach künftig folgende Bereiche betreuen: Privatkunden, Geschäftskunden, Finanzen, Personal, Marketing & Strategie. Hinzu kommt Obermanns als Konzernchef. Der bisherige T-Com-Chef Walter Raizner und Personalvorstand Heinz Klinkhammer werden das Gremium vermutlich verlassen. Mit der neuen Struktur sollen die Konkurrenzkämpfe zwischen den bisheringen Sparten gemildert und der Service-Gedanke gestärkt werden. Nach Gewerkschafts-Angaben ist dies der 16. Umbau des Konzerns seit der Privatisierung.

Die Stimmung unter den Mitarbeitern ist nach Angaben aus konzernnahen Kreisen auf dem Nullpunkt, die Menschen sind aufgrund von Zukunftsängsten paralysiert. Der abgelöste Chef Kai-Uwe Ricke hatte ein Sparprogramm aufgelegt, das wohl auch unter Obermann fortgeführt wird. Derzeit werden 32.000 Stellen abgebaut, 45.000 Mitarbeiter aus dem Service sollen in eine eigene Gesellschaft ausgelagert werden. Ein Aufsichtsratsmitglied sagte zu stern.de, Ricke habe auch deswegen gehen müssen, weil ihm "jede Sensibilität" bei der Kommunikation der Sparmaßnahmen gefehlt habe.

T-Com muss saniert werden

Die Hauptaufgabe des 43-jährigen Obermann wird es sein, die Festnetzsparte T-Com zu sanieren. T-Com verliert massiv Kunden, allein seit Jahresbeginn wechselten 1,5 Millionen zur Kokurrenz. Diese Entwicklung belastete das Ergebnis, Ricke musste im Sommer seine Gewinnprognosen für 2006 und 2007. Mit neuen Bündeltarifen will die Telekom seit Herbst den Schwund stoppen. Dies kam allerdings nach Experten- Einschätzung zu spät.

Die Bundesregierung - mit knapp einem Drittel wichtigster Aktionär -soll die Ablösung von Obermanns Vorgänger Kai-Uwe Ricke maßgeblich betrieben haben. Berlin hofft auf einen steigenden Aktienkurs, um weitere Telekom-Papiere zu verkaufen. Am Montag gewann die Aktie bis Nachmittag knapp drei Prozent auf 13,53 Euro.

Obermann: "Jeden Cent umdrehen"

"Wir müssen diesen schwierigen Spagat zwischen einem Sparkurs, bei dem wir jeden Cent zwei Mal umdrehen, bevor wir ihn ausgeben, und einer Servicekultur mit hoch motivierten Menschen hinbekommen", sagte Obermann in Bonn. Gleichzeitig stellte er klar: "Die Rahmenbedingungen für die Deutsche Telekom werden auch in Zukunft schwierig bleiben." Gemeint ist unter anderem Streit um das ultraschnelle Glasfasernetz VDSL, das wichtigste Zukunftsprojekt der Telekom. Die staatlichen Wettbewerbshüter wollen auch in diesem Bereich Konkurrzenz zulassen - die Telekom will sich weiter dagegen wehren.

jr/lk/DPA DPA

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