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TELEKOMMUNIKATION: Mobilcom und E-Plus planen Fusion

Die Mobilfunkunternehmen MobilCom und E-Plus prüfen, ob sie sich zusammenschließen. Die Verhandlungen sollen bereits laufen.

»Ich kann nicht ausschließen, dass die beiden Unternehmenschefs über dieses Thema sprechen«, zitierte die »Financial Times Deutschland« einen dem MobilCom-Vorstand nahe stehenden Manager. In der Vergangenheit seien lose Gespräche aufgenommen worden. Nach Einschätzung des Blattes wäre die Fusion in einem Dreier- Bündnis mit dem britischen Mobilfunkkonzern Orange denkbar. Orange würde danach E-Plus kaufen, danach würde sich E-Plus mit MobilCom zusammenschließen. Eine Sprecherin von E-Plus habe sich dazu nicht äußern wollen, hieß es.

Mit dem fusionierten Unternehmen würde ein Konzern entstehen, der gemessen an der Kundenzahl den deutschen Branchenführern T-Mobile und Vodafone nahe komme.

Fusion liefe über Orange

Am Freitag hatten sich Orange-Manager dahingehend geäußert, dass Orange den Konkurrenten E-Plus von deren niederländischer Mutter KPN kaufen könnte. Orange gehört dem französischen Konzern France Telecom, der auch an MobilCom beteiligt ist. KPN hat rund 23,5 Milliarden Euro Schulden und hält 77,8 Prozent an E-Plus, das durch die Probleme der Mutter in Branchenkreisen als Übernahmekandidat gilt.

Aus den Kreisen war am Sonntag verlautet, der Chef von KPN, Paul Smits, werde am Montag seinen Rücktritt erklären. Ein neuer Chef solle außerhalb des Unternehmens gesucht werden. Außerdem verlautete, KPN habe am Wochenende Verhandlungen über einen neuen Bankkredit geführt, um den Schuldendienst zu senken. KPN hatte E-Plus 1999 übernommen. KPN hatte sich beim Ausbau des Mobilfunknetzes stark verschuldet.