HOME

Tod von Umzugsunternehmer Zapf: Flaschensammler, Millionär, Prozesshansel

Deutschlands bekanntester Umzugsunternehmer, Klaus Zapf, ist gestorben. Alles begann vor 40 Jahren mit einem Transporter in Westberlin. Besonders war nicht nur sein Aussehen, sondern auch sein Hobby.

Der bundesweit bekannte Umzugsunternehmer Klaus Zapf ist tot. Der Firmengründer und langjährige Geschäftsführer der gleichnamigen Spedition erlag am Mittwoch überraschend im Alter von 62 Jahren einem Herzinfarkt, wie das Unternehmen in Berlin mitteilte. Zapf hatte seine Firma 1975 als Jurastudent in der alternativen Szene Westberlins gegründet. Heute zählt die Umzugsspedition nach eigenen Angaben rund 600 Mitarbeiter an 14 selbstständigen Standorten, die jährlich etwa 60.000 Kunden betreuen.

Die Geschichte der seit Jahrzehnten erfolgreichen Umzugsspedition begann mit einem Transporter, den Zapf vor knapp 40 Jahren in Westberlin für Entrümpelungen und Klaviertransporte nutzte. In der Folgezeit rückten Ex-Studenten, die bei Zapf gejobbt hatten, in das Management der Firma auf. Nach dem Fall der Mauer gab der stark wachsende Umzugsmarkt in Berlin Anfang der 90er Jahre der Spedition weiteren Auftrieb. Bereits zu seinem 30-jährigen Bestehen 2005 meldete das Unternehmen, dass jeder 80. Bürger einmal mit Zapf umgezogen sei.

Pfandflaschen sammeln war sein Hobby

Zapf kam eigentlich aus dem Badischen nach Berlin, um Jura zu studieren. In Wirklichkeit studierte er das Leben, vor allem das wilde in den Kreuzberger Kneipen. Die runde Intellektuellenbrille ist vielleicht das einzige, was aus der Zeit übrigblieb. "Ich habe im Laufe der Jahre schon das eine oder andere Ideal verraten", sagte er selbst in einem stern-Interview 1995. Als Kleinaktionär hatte er zudem eine diebische Freude daran, Chefs von Unternehmen zu verklagen, an denen er Anteile hielt. Die meisten Vorstandsvorsitzenden hielt er für "Schmarotzer".

Dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" gewährte der Umzugsunternehmer mit dem rockigen Aussehen vor zwei Jahren einen Einblick in seine Welt. Zapf lebte in einer kleinen Wohnung auf seinem Firmengelände, kaufte gerne beim Discounter Netto und gab als Hobby neben Angeln das Sammeln von Pfandflaschen an.

Natürlich setzen auch Prominente wie zuletzt die van der Vaarts oder die Wulffs bei ihren Umzügen auf Zapf - und das hat einen guten Grund: "Die Leute mögen uns halt, weil sie wissen, dass wir die Klappe halten. So einfach ist das", erklärte Zapf sein Erfolgsgeheimnis gegenüber der "Süddeutschen Zeitung". Sogar beim Umzug der Bundesregierung von Bonn nach Berlin hatte Zapf seine Hände mit im Spiel.

and/AFP / AFP