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Transfair: Boom bei fair gehandelten Produkten

Immer mehr Käufer in Deutschland vertrauen fair gehandelten Produkten. Der Umsatz ist in diesem Jahr erneut gestiegen. Von dem Erfolg profitieren die Partner-Produzenten und Kleinbauern in Afrika, Asien und Lateinamerika.

Die Beliebtheit fair gehandelter Waren wie Bananen, Kaffee oder Fruchtsäfte aus Entwicklungsländern hat in Deutschland auch 2007 zugenommen. Der Umsatz der mit dem Trans-Fair-Siegel ausgezeichneten Produkte sei im Vergleich zum Vorjahr um 32 Millionen auf 142 Millionen Euro gestiegen, teilte der Transfair-Vorsitzende Heinz Fuchs mit.

Die Nachfrage habe sich um 33 Prozent auf 24.000 Tonnen erhöht. Beim Handel mit diesen Produkten wird den Erzeugern in ärmeren Ländern unter Ausschaltung des Zwischenhandels ein sicherer Preis für ihre Produkte gewährt. Die Waren werden inzwischen auch in tausenden Supermärkten und bei Discountern angeboten, was auch zu neuen Käuferschichten führte.

Deutschland starker Wachstumsmarkt

Weltweit erbrachten die so zertifizierten Waren einen Umsatz von 2,4 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von 48 Prozent entspricht. Die umsatzstärksten Fairtrade-Märkte sind Großbritannien und die USA mit jeweils 700 Millionen Euro. Starke Wachstumsmärkte für die Produkte sind neben Deutschland Frankreich und Skandinavien.

Von diesem Erfolg profitieren insbesondere die zertifizierten Produzentenorganisationen in Afrika, Asien und Lateinamerika. Allein über den deutschen Markt erhielten sie mehr als 21,5 Millionen Euro Direkteinnahmen. Damit könnten die Partnerorganisationen ihre nachhaltigen Anbaumethoden weiterentwickeln, sagte Fuchs.

Mehr Einnahmen für Produzenten

Ein Teil der Einnahmen fließt nach Angaben des Geschäftsführers der Zertifizierungsgesellschaft Flo-Cert, Rüdiger Meyer, aber auch in Bildungsmaßnahmen, den Bau von für den Transport der Waren wichtigen Straßen und in die Anschaffung von Lastwagen. Der Großteil werde aber in die Umstellung auf Bioprodukte investiert.

In Deutschland wurden im vergangenen Jahr nach Angaben der Organisation 13.600 Tonnen Fairtrade-Bananen verzehrt, 39 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Fruchtsaft-Absatz stieg um 23 Prozent auf 2,5 Millionen Liter und der Kaffee-Umschlag kletterte um 10 Prozent auf 4 350 Tonnen. Die Blumenarbeiter in Kenia profitierten davon, dass sich der Verkauf fair gehandelter Rosen mit 20 Millionen mehr als verdoppelte. Als neu zertifizierte Produkte werden jetzt Zucker, Eiscreme, Kekse und Jeans aus Biobaumwolle angeboten.

dpa

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