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Verdienst-Check: Was verdienen eigentlich Türsteher?

Falsche Schuhe, zu viel männliches Publikum oder schlichtweg Überfüllung: Es gibt zig Gründe, warum der Türsteher mal wieder niemanden in den Club lässt. Doch wie hoch ist eigentlich das Gehalt dieser Sicherheitsmitarbeiter?

Hamburg, Kiez, kurz nach Mitternacht. Vor den Clubs auf der Amüsiermeile Hamburger Berg unweit der Reeperbahn staut es sich am Eingang. Taschen werden gefilzt, Drogen gesucht, Fremdgetränke eingesammelt, Diskussionen über gefälschte Ausweise geführt. Also ein ganz normaler Abend für die Türsteher. Immerhin: Wegen zu lässiger Turnschuhe muss hier niemand draußen bleiben. 

Türsteher haben die absolute Macht, einen Abend viel zu früh enden zu lassen. Doch meistens müssen sie sich mit nervigen Gästen und Kleinkram rumärgern. Zum . Denn sie sind verantwortlich für die Sicherheit bei Events und in Diskotheken.

Tarif für Türsteher

Offiziell gibt es für Sicherheitsmitarbeiter eine tarifliche Grundvergütung, die in den Bundesländern allerdings unterschiedlich ausgestaltet wird. Außerdem gibt es verschiedene Berufsgruppen, beispielsweise Wachdienst, Veranstaltungsdienst oder Objektschutz. Wer Veranstaltungen schützt oder als Türsteher vor Clubs arbeitet, bekommt in Baden-Württemberg 10 Euro, in Brandenburg 9,35 Euro, in Bayern 9,57 Euro und in Thüringen 9,10 Euro pro Stunde gezahlt. Dazu gibt es Zuschläge für Nachtarbeit (5 bis 15 Prozent) sowie Sonn- (3 bis 35 Prozent) und Feiertage (30 bis 100 Prozent).

Die Hans-Böckler-Stiftung hat herausgefunden, dass gerade das Sicherheitsgewerbe von Niedriglöhnen betroffen ist. So erhalten rund ein Drittel der Sicherheitsmitarbeiter weniger als 8,99 Euro pro Stunde. Vor allem in Niedersachsen wird der Stundenlohn gedrückt, so das aktuelle Tarifarchiv des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung. Immerhin: Gut die Hälfte der Sicherheitsmitarbeiter verdient einen Stundenlohn von 10 bis 14,99 Euro in Deutschland.

Prüfung ist Pflicht für Türsteher

Wer als Fachkraft für Schutz und Sicherheit arbeitet, hat eine dreijährige Ausbildung gemacht. Das Einstiegsgehalt liegt bei fest angestellten Sicherheitsfachkräften bei rund 1600 Euro. Im Durchschnitt verdienen Türsteher und Sicherheitsleute laut "Gehaltsreporter" rund 1850 Euro brutto im Monat. Übrigens: Auch wenn Türsteher mitunter einen ungehobelten Eindruck machen - sie müssen bei der IHK eine Sachkundeprüfung für ihren Job ablegen. Quereinsteiger sollten Nahkampftechniken beherrschen. Wer eine Ausbildung im Sicherheitsbereich gemacht hat (Fachkräfte für Schutz und Sicherheit, Feldjäger bei der Bundeswehr, Polizisten oder Bundesgrenzschutzbeamten), muss keine zusätzliche Prüfung ablegen.

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