HOME

Umsatzeinbruch: Yahoo entlässt nochmals 700 Mitarbeiter

Weltweit müssen die Mitarbeiter von Yahoo um ihre Jobs bangen: Nach einem erneuten Gewinn- und Umsatzrückgang streicht der kriselnde Internet-Konzern nochmals rund fünf Prozent aller Stellen. Die bereits dritte Abbauwelle trifft etwa 700 der rund 13.500 Mitarbeiter. Weitere Kosteneinschnitte sind geplant.

Nachdem Gewinn und Umsatz erneut zurückgegangen sind, verlieren weltweit rund fünf Prozent aller Yahoo-Mitarbeiter ihre Jobs. 700 der insgesamt 13.500 Stellen sind von dieser dritten Abbauwelle betroffen, vor allem beim Produktmanagement soll laut Konzern-Chefin Carol Bartz drastisch gekürzt werden. Bisher komme auf drei Entwickler ein Produktmanager. "Daher hatten wir viele Leute, die herumliefen und anderen sagten, was sie zu tun hätten, aber niemand hat selbst etwas geta"“, so Bartz weiter, die außerdem weitere Kosteneinschnitte ankündigte. "Die Wirtschaftlage bleibt eine große Herausforderung für uns."

Der Konzernüberschuss fiel im ersten Quartal um fast 80 Prozent auf 118 Millionen Dollar (91 Millionen Euro). Yahoo hatte allerdings im letzten Jahr einen hohen Einmalgewinn erzielt. Der Umsatz ist wegen der Werbeflaute um 13 Prozent auf knapp 1,6 Milliarden Dollar gesunken.

Genau wie der eindeutige Marktführer Google verdient Yahoo sein Geld überwiegend mit Anzeigen rund um die Internetsuche. Mit seinen Zahlen schnitt der Konzern besser ab, als viele Analysten erwartet hatten. Konkurrent Google konnte zuletzt erneut einen Gewinnsprung hinlegen. Allerdings verlangsamte sich auch bei dem erfolgsverwöhnten Marktführer das Wachstum. Der Konzern profitiert in der Krise besonders von seiner Größe, denn viele Werbekunden konzentrieren ihre knapperen Budgets auf die führende Plattform.

Neue Spekulationen um eine doch noch mögliche Allianz mit dem Software-Riesen Microsoft wollte Yahoo-Chefin Bartz nicht kommentieren. Berichten zufolge hat sie sich erst vor Kurzem mit Microsoft-Chef Steve Ballmer getroffen. Der Internet-Konzern hatte im vergangenen Jahr mehrere Kaufangebote abgelehnt. Microsoft will zusammen mit Yahoo Google noch stärker attackieren. Zuletzt war auch ein Teilverkauf des Suchmaschinengeschäfts im Gespräch, den Bartz aber erneut abgelehnt hat. Für Yahoo sei dieser Teil "absolut kritisch", sagte sie. "Da habe ich meine Haltung nicht geändert."

Der neue Stellenabbau erfolge gezielt und nicht wie zuletzt nach der Rasenmäher-Methode, sagte Bartz. Im vergangenen Jahr hatte Yahoo insgesamt 2400 Jobs gestrichen. Bartz hatte direkt nach ihrem Amtsantritt im Januar einen Konzernumbau gestartet und für ein großes Stühlerücken im Management gesorgt. Zukünftig will sie laut eigenen Angaben einen Schwerpunkt auf Online-Nachrichten, E-Mail und die Internet-Suche legen.

Für das laufende Quartal erwartet der scheidende Finanzchef Blake Jorgensen einen Umsatz zwischen 1,43 und 1,63 Milliarden Dollar. Der operative Gewinn soll 80 bis 90 Millionen Dollar erreichen. Yahoo sei gut aufgestellt, wenn die Online-Werbung wieder anziehe.

DPA/AP / AP / DPA