Verstaatlichte Immobilienbank Hypo-Real-Estate-Chef Wieandt tritt zurück


Der Chef des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate, Axel Wieandt, ist überraschend zurückgetreten. Nach Angaben des Bankenrettungsfonds Soffin wurde Wieandt mit sofortiger Wirkung von seinen Pflichten entbunden. Eine Nachfolgerin steht bereits fest.

Axel Wieandt, der Chef der verstaatlichten Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE), ist zurückgetreten. Er werde auf eigenen Wunsch mit sofortiger Wirkung von seinen Pflichten entbunden, teilte der staatliche Bankenrettungsfonds Soffin mit, der die HRE kontrolliert.

"Wir nehmen die Entscheidung von Herrn Dr. Wieandt mit Bedauern zur Kenntnis", erklärte Soffin-Chef Hannes Rehm. Er habe mit der "Stabilisierung der HRE und der Einleitung der Restrukturierung des Konzerns während der Finanzmarktkrise eine überaus schwierige Aufgabe übernommen und hierbei sehr gute Arbeit geleistet". Nachfolgerin des von der Deutschen Bank zur HRE abgestellten Wieandt werde übergangsweise Risikovorstand Manuela Better, die seit 2004 im Vorstand des Baufinanzierers sitzt.

Insidern zufolge hatte Wieandt mehr Freiheit gegenüber dem Staat gefordert. Das Münchener Institut braucht voraussichtlich weitere Finanzspritzen des Alleinaktionärs. Am Freitag wollte die HRE ihre Jahresbilanz vorlegen.

Der frühere Deutsche-Bank-Manager Wieandt ist seit Herbst 2008 Chef der schwer angeschlagenen HRE, die durch die internationale Finanzkrise kurz vor dem Zusammenbruch stand. Die HRE wurde mit Hilfen von mehr als 100 Milliarden Euro des Staates und der Bankenbranche vor dem Aus bewahrt und im vergangenen Jahr zwangsverstaatlicht. Vorgänger Wieandts war Gorg Funke, der auf dem Höhepunkt der Krise seinen Posten räumen musste.

DPA/Reuters/AFP/APN DPA Reuters

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