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Vertragsverlängerung: Mehdorn bleibt Bahnchef

Bahnchef Hartmut Mehdorn bleibt bis Mai 2011 im Amt. Der Aufsichtsrat verlängerte den Vertrag des 64-jährigen Maschinenbauingenieurs über 2008 hinaus um drei Jahre. Damit kann Mehdorn die geplante Privatisierung der Bahn - die bis 2009 umgesetzt werden soll - weiter gestalten.

Der Aufsichtsrat verlängerte den Vertrag des 64-jährigen Hartmut Mehdorn über 2008 hinaus bis zum Mai 2011. Außerdem wollte das Gremium die vom Vorstand geplante Erweiterung der Logistiksparte absegnen. Der Konzern will die britische Güterbahn EWS übernehmen und sich die Mehrheit an dem spanischen Logistikunternehmen Transfesa sichern, was nach inoffiziellen Informationen knapp 600 Millionen Euro kostet. Das Geld dafür könnte aus dem Verkauf des Fährunternehmens Scandlines kommen, mit dem sich die Bahn vergangene Woche rund 800 Millionen Euro gesichert hat.

Stempel aufgedrückt

In mehr als sieben Jahren an der Konzernspitze hat Hartmut Mehdorn der Deutschen Bahn seinen Stempel aufgedrückt - und die einstige Behörde auch mit milliardenschweren Zukäufen auf einen ehrgeizigen neuen Kurs gebracht: Aus dem nur national tätigen Eisenbahnanbieter ist ein weltweit agierender Transporteur geworden, der auch in der Luft, zur See und auf der Straße Fracht befördert.

Auf den Schleudersitz bei Europas größtem Verkehrskonzern wurde der heute 64-Jährige Ende 1999 vom damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) geholt. Sein Auftrag: Die Sanierung bis zum Erreichen der Börsenreife. Auf die Bilanz verweist der frühere Flugzeugbau-Manager inzwischen gern. Für 2006 standen 1,7 Milliarden Euro Gewinn in den Büchern. Auf der politischen Bühne eckte Mehdorn indes immer wieder an und sah sich Rücktrittsforderungen ausgesetzt. Besonders brenzlig wurde es im Herbst 2004, als Pläne für einen Börsengang noch 2006 von Bund und Aufsichtsrat abrupt gestoppt wurden - im November beschloss der Bundestag dann aber eine Teilprivatisierung bis 2009.

Hemdsärmeliger Managertyp

Der Berliner Fabrikantensohn und Vater dreier erwachsener Kinder ist ein eher hemdsärmeliger Managertyp. Auch gibt sich der studierte Maschinenbauingenieur, der mit einer Französin verheiratet ist, ungern geschlagen. So nahm er 1995 seinen Hut, als er nicht den Chefposten beim Luft- und Raumfahrtkonzern Deutsche Aerospace bekam, und wechselte an die Spitze der Heidelberger Druckmaschinen. Dass es ihm nun beim Börsengang der Bahn um persönliche Meriten gehe, sei Unsinn, sagt er selbst: "Ich pfeife auf ein Denkmal. Und wenn es darum ginge, hätte ich es schon."

AP/DPA / AP / DPA
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